GOLDFINGER  
17.09.2000 @ House of Blues, Chicago IL

Aus einem Konzert wurde eine wahre Party...

Auf meinem Amerika-Trip stieß ich zufällig auf eine Ankündigung des Chicago-Readers, dass am Sonntag Goldfinger im House of Blues, der wohl populärsten Veranstaltungshalle der USA, gastieren würden. Rechtzeitig besorgte ich mir Karten, denn dieses Ereignis sollte ausverkauft sein.

Alkohol wurde, wie in den USA üblich nach Vorlage eines IDs, nur an über 21jährige ausgeschenkt. "Sorry, but that’s the law" prangert von einem großen Schild.

Goldfinger sind auch in Europa seit ihrem Cover Hit 99 Red Balloons (Orig. Nena) keine Unbekannten mehr. Allerdings reicht ihre Geschichte schon weiter zurück. In den USA sind sie als Punk-Größen etabliert.

Als Supportband waren Dynamite Hack (eine schwache Nachwuchsband) und Mest zu sehen. Mest sind in den USA nicht mehr unbekannt und mit ihrem unverwechselbaren Stil könnten sie auch in Europa erfolgreich sein. Vergleichbar mit Blink 182. Profis sind sie allemal, und als solche wirkten sie. Auch wegen deren Bühnenpräsenz, denn den Sitten der schnellen, provokativen Musik angepasst, zertrümmerte der Gitarist und Frontsänger sein Arbeitswerkzeug nach der Show, und warf die Einzelteile dem Publikum zu.

Der Hauptakt wurde lauthals vom Hausinternen Manager angekündigt und startete mit der Enterprise-Fanfare und dem Einlaufen der vier Hauptbeteiligten. Frontmann John Feldman seriös – im dunklen Designer Anzug. Die Stimmung war am platzen, sowohl in der unteren Etage sondern auch auf den Balkonen, als die ersten Akkorde der neuen Single Counting the days aus den Marshalls bliesen.

Song um Song, im zwei Minuten Takt, inszeniert mit einer lustigen, aber gekonnten Bühnenperformance. Gitarrist Charlie Paulsen rannte wie ein Berserker die Bühne auf und ab und war sich nicht zuwider selbst als Stage diver ins Publikum zu stürzen, während er spielte.

Auch einstudierte Tanzakts wurden vorgeführt. So stellten sich alle drei in einer Reihe auf, stoppten die Musik für ein paar Sekunden und warfen ihre Instrumente einmal um den Hals und spielten weiter – Gekonnt und gelungen!

Als kleine Pauseneinlage zelebrierte Schlagzeuger Dave seine Tanzkünste und sang badei einen seiner Songs. Abschließend mit der Frage: "You want to see my ass?". No way – Sorry, but that’s the law!

Auch an Karaoke wurde gedacht. An die 200 Youngsters versammelten sich auf der Bühne um im Chor How deep is your love anzustimmen, wodurch sich die Akteure leise und unbemerkt von der Bühne verabschiedeten. Noch nicht ganz. Als Zugabe kamen dann endlich die 99 Luftballons – sogar in Deutsch!

Und wie bei uns normalerweise nicht üblich, traf man beim relaxten verlassen der Halle sogar noch auf alle Bandmitglieder, die ruhig und entspannt auf der Bühne saßen um Autogramme zu schreiben. Sympatisch!

Und wie schon auf ihrer neusten CD (zu finden hier bei Èarshot unter den Reviews der fünften Ausgabe) zu erkennen ist, sind Goldfinger alles andere als eine Eintagsfliege. Und das haben sie live auch überdeutlich bewiesen!


Max

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Beitrag vom 22.10.2000
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