UNDERGROUNDPARTY 666  
07.04.2001 @ Schacht 6, Wien-Liesing

Am 1. Samstag des Monats April war es also wieder einmal soweit: Die größte Undergroundparty Wiens 666 ging wieder einmal vonstatten. Besonders bemerkenswert und daher auch gleich zu Beginn erwähnenswert, erscheint mir die Location zu sein, wo besagtes Fest über die Bühne ging. Es wurde nämlich ein geräumiger und rund 1.500 m² (!) großer Schacht als Veranstaltungsort auserkoren. Auf alle Fälle handelte sich um eine gute Entscheidung diese Räumlichkeiten zu wählen, da es kaum besser passende Veranstaltungsorte geben dürfte, allerdings hatte dies natürlich den Nachteil, dass dort keinerlei Infrastruktur (WCs etc.) vorhanden war, und daher erst geschaffen werden musste. Zum Programm: Insgesamt hatte man 4 Floors zur Auswahl, wo u.a. verschiedenartigste DJs für Stimmung sorgen sollten. Floor 1 musste als Spielwiese für Anhänger metallischer Klänge (Vorwiegend aus dem Death/Black/Gothic-Metal-Bereich.) herhalten. Als DJs wurden Mille Petrozza (Kreator), Hammer-Chefredakteur Robert Müller, Anja Lochner (Orkus-Magazin) und Andras Kais (Metal Heart Magazine) engagiert. Floor 2 schien für Freunde von Alternative/Crossover/New Rock-Sounds gedacht. Als Discjockeys agierten Matthias Weckmann (Hammer), sowie drei weitere bekannte Szene-DJs (Raven, El Jonny, Ziggy). Floor Nr. 3 wurde als Heimstätte der Gothic-, Electro- & Industrial-Freaks genutzt, wobei als DJs Bruno Kramm (Das Ich), Martin Sprissler (Gothic Magazine) & Vlad (Schlawiner) in Erscheinung traten. Dieser Raum erwies sich übrigens während der gesamten Veranstaltung als äußerst stark frequentiert. In Floor 4 konnten zwar keine DJs ihr Können unter Beweis stellen, dafür wurde ein sogenanntes Untergrundkino angeboten, wo man sich die ganze Nacht über nicht gerade alltägliche Filme reinziehen konnte. Dieses Angebot wurde überraschenderweise auch von zahlreichen Leuten in Anspruch angenommen. Nicht unerwähnt bleiben darf allerdings der insgesamt rund 2-stündige Auftritt der Mittelalterband DIE TUIVELSMINNE, der in 2 Teile geteilt war(23.00 & 2.00 Uhr) , und eben im 4. Saal stattfand. Viele Besucher zeigten sich jedenfalls von der Darbietung der Folkband sichtlich angetan, da diese auch optisch Einiges zu bieten hatte. (Henkers- & Teufelskostüme beispielweise) Musikalisch agieren DIE TUIVELSMINNE bewusst originalgetreu, d.h. es kommen ausschließlich mittelalterliche Instrumente zum Einsatz (Dudelsäcke, Pauken usw.), und auch die teils dargebotenen A-cappela-parts und natürlich die Texte passten wunderbar in das Gesamtkonzept der Band. Abseits der 4 Floors gab es auch noch weitere Aufenthaltsmöglichkeiten, wie etwa die sogenannte Händlermeile, wo man CDs, Magazine, Bücher, und typisches Gothic-Outfit (Kleider, Hosen, Schuhe etc.), sowie zahlreiche genretypische Accessoires erstehen konnte, wenn auch (meiner persönlichen Meinung nach) das Angebot leider nicht ganz so üppig ausfiel, wie man es sich erwartet hatte. Natürlich war auch für das leibliche Wohle und für Sitzgelegenheiten gesorgt. (Zahlreiche Bars, Biertische und ein Pizzastand.) Musikalisch gesehen sollte eigentlich Geschmack vieler Fans getroffen worden sein, denn dementsprechend gut besucht war die Veranstaltung. Zahlreiche Musikfreaks feierten also ausgelassen in den 3 Floors bei erstklassiger Beschallung aus der Konserve bis der Hahn krähte. Von headbangenden Metalheads bis hin zu tanzenden EBM/Gothic-Anhängern war alles vertreten, was auch für die Toleranz der BesucherInnen spricht, da man eben mit Freude feststellen konnte, dass Fans der unterschiedlichsten Musikstile friedlich miteinander feiern konnten. Um den Leuten eine weitere Attraktion zu bieten, wurden nach Mitternacht einige sogenannte "Erotic Dancers" auf die jeweils in der Mitte dreier Säle stehenden Tische geschickt. Dass diese meist weiblich und spärlich bekleidet waren, versteht sich dabei fast von selbst. Leider hatte dies zur Folge, dass viele (natürlich meist männliche) Besucher instinktiv eher die Bewegungen der Tänzerinnen verfolgten, als sich der Musik hinzugeben, was möglicherweise für die jeweiligen DJs nicht gerade einen Motivationsschub bedeutetet haben könnte. Daher empfand ich diese Aktion eher als unangebracht. Meiner Ansicht nach wäre es bedeutend sinnvoller gewesen, wenn die TänzerInnen z.B. als Models in Form einer Modenschau eingesetzt worden wären, wo dann eben ausstellende Firmen ihre Produktpalette an z.B. schwarzer Kleidung gleich dem Publikum an Hand von lebendigen Beispielen präsentieren hätte können. Davon abgesehen, handelte es sich um eine gute und hervorragend organisierte (rund 80 MitarbeiterInnen)Party, die auch verdientermaßen mit Erfolg belohnt wurde. Im Herbst soll es eine Fortsetzung geben, wobei man jetzt schon gespannt sein darf, welche Programmpunkte sich die Veranstalter (Kooperation von Megiddo und Dance or die) einfallen lassen werden.


Hutti
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Beitrag vom 06.05.2001
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