KHEMMIS - Desolation
Label: Nuclear Blast
Es gibt Dinge die wir nicht begreifen können, sie sind einfach unvorstellbar. Willkommen bei E(arshot) Factor – Das Unhörbare. Heute wollen wir einem Mysterium auf den Grund gehen, das die Metalwelt schon länger beschäftigt.
Man stelle sich vor, eine Band veröffentlicht über ein unbekanntes Label ein paar Alben, die man richtig gut findet. Man beginnt die Band zu verfolgen, und man würde ihr gönnen, bei einem großen Label den großen Wurf zu landen.

Nun ist allerdings schon des Öfteren passiert, dass eben das erste Album bei einem großen Label dann einfach nicht zünden will bzw. man einfach nicht so begeistert ist wie von den Vorgänger-Alben. Warum ist das so? Geht der Coolness-Faktor verloren, weil man nicht mehr der einzige ist, der die Band kennt? Weil sich die Band verändert, weil sie denkt sie müsste es? Wir wissen es nicht, es bleibt ein ungelüftetes Rätsel.

Allerdings gibt es ein aktuelles Album, welches perfekt in dieses Muster hineinpasst, und zwar das dritte Werk der US Doom Metal Band KHEMMIS, welches über Nuclear Blast erscheint. Mit den ersten beiden Alben „Absolution“ und „Hunted“ aus den Jahren 2015 und 2016 haben KHEMMIS mit ihrem Charisma die Herzen einiger Doom Fans erobert, und das Label 20 Buck Spin ist der Doom Metal Gemeinde natürlich auch ein Begriff, allerdings ist Nuclear Blast natürlich ein ganz anderes Kaliber.

„Desolation“ ist der Titel des neuen Albums, und der Start könnte mit dem Track „Bloodletting“ kaum besser sein. Richtig schöner Doom Metal der Marke SAINT VITUS, CANDLEMASS oder COUNT RAVEN dröhnt aus den Boxen. Dazu noch die charismatische Stimme von Frontmann von Phil Pendergast, so muss das sein. Die Grenze zwischen Doom und Heavy Metal scheint bei KHEMMIS zu verschwimmen, wobei bei den ersten beiden Alben stets die Doom Fraktion die Oberhand behielt.
Auffällig sind die Wechselspielchen zwischen epischen Doom Metal und dem typischen US Heavy Metal, die vor allem bei Tracks wie „Isolation“, „Flesh To Nothing“ oder „Maw Of Time“ zu tragen kommen. Man wird erst richtig heiß gemacht, zum Headbangen eingeladen, ehe dann der Doom Hammer zuschlägt. „May Of Time“ ist auch der beste Song des Albums, hier kommen sogar Growls zum Einsatz, die für einen gelungenen Überraschungsmoment sorgen. Abgerundet wird das Album mit einem weiteren Highlight, dem mächtigen „In Ruin“. Hier kommt die Stimme von Herrn Pendergast besonders gut rüber. Ruhige Passagen, High Speed (also für Doom Verhältnisse), „In Ruin“ bietet knapp zehn Minuten puren Genuss.

Aber trotzdem muss sich „Desolation“ den Vergleich mit den beiden Vorgängern gefallen lassen, und diese waren einfach den Tick besser. Es wäre unfair zu sagen „Desolation“ ist das schwächste Album, das KHEMMIS bislang veröffentlicht haben, sondern es ist „am wenigsten gut“, und wenn man trotzdem 6 von 7 Punkte gibt, dann weiß man einfach, dass hinter dem Bandnamen KHEMMIS viel Qualität steckt.

Denkt ihr nun diese Geschichte ist wahr oder frei erfunden? Findet es selbst heraus, und checkt die Junge von KHEMMIS ab, sie haben es sich verdient.

khemmisdoom.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Bloodletting
2. Isolation
3. Flesh To Nothing
4. The Seer
5. Maw Of Time
6. From Ruin
Gesamtspielzeit: 41:35

Lödius
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Beitrag vom 03.07.2018
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