KISSIN´ DYNAMITE - Ecstasy
Label: Metal Blade Records
Mit ihrem vierten Album, „Megalomania“, katapultierten sich die noch immer recht jungen Schwaben-Rocker KISSIN´ DYNAMITE quasi über Nacht vom Geheimtipp zum etablierten Act, was vor allem durch den mutigen Schritt weg vom typischen Sleaze-Rock zum modernen Melodic Metal und den dazugehörigen Hits und Hymnen ermöglicht wurde. Es folgte das in die gleiche Kerbe schlagende „Generation Goodbye“, es wurde fleißig getourt und die Fanbase wuchs. Mit „Ecstasy“ steht aber offensichtlich der nächste Umbruch in der Bandgeschichte an, die nun schon elf Jahre (15, wenn man die Zeit unter dem Namen BLUES KIDS einrechnet) andauert.

Man merkt schon beim Opener „I´ve Got The Fire“, dass man wieder rockigere Töne anschlägt und mixt so quasi den aktuellen Sound, der definitiv noch zu hören ist, mit alten Tugenden. Ein guter Rocker, der aber irgendwie den Aha-Effekt der Vorgänger nicht wiederholen kann und etwas abgenutzt wirkt. Synthies, Bombast, Pathos und andere moderne Spielereien sind somit aktuell passé und es regieren Stadion Rock-Hymnen-Feeling und Einflüsse bekannter Größen. „You´re Not Alone“ geht schon mehr unter die Haut, denn melancholische Strophen und hymnische, mehrstimmige Refrains wechseln sich ganz gut ab und gehen gut ins Ohr.

KISSIN´ DYNAMITE versuchen abwechslungsreich zu sein, haben auch einige Ideen, doch die Frische der beiden Vorgänger ist wie weggeblasen und lässt nun routiniertem, aber doch etwas abgenutzten Rock den Vortritt. „Somebodys´ Gotta Do It“ krankt etwas an einem zähen und gebremsten Chorus, der Titeltrack klaut dreist bei den GUNS´N´ROSES und „Still Around“ zeigt sich als weitere Powerballade, die durchaus gut gemacht ist, mit „Masterpiece“ oder „Fireflies“ aber einfach nicht mithalten kann. Schlecht is das alles nicht und „Superhuman“ entpuppt sich schnell als flotter Hit, „Breaking The Silence“ zeigt ein paar neue Seiten auf und „One More Time“ ist ein echt starker Ohrwurm. Zudem können Fans auf jeden Fall keine Bedenken haben, was Hannes´ Gesang betrifft, der ist nämlich stark wie eh und je.

Alles in allem müssen Fans selbst entscheiden, ob sie den Schritt zurück begrüßen. Ein drittes Album im Stile von „Megalomania“ wäre womöglich stagnierend aufgenommen worden, dass viele Songs aber einfach etwas einfallslos in Richtung Glam Rock zurück gehen, wird wahrscheinlich nicht jeder begrüßen. Schlecht ist „Ecstasy“ auf keinen Fall, ganz im Gegenteil, die Schwaben wissen wie man echte Rock-Songs schreibt, aber lassen sich dann doch zu oft von Genregrößen und bekanntem Material inspirieren.

www.kissin-dynamite.de


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. I´ve Got The Fire
2. You´re Not Alone
3. Somebody´s Gotta Do It
4. Ecstasy
5. Still Around
6. Superhuman
7. Placebo
8. Breaking The Silence
9. Waging War
10. One More Time
11. Heart Of Stone
12. Wild Wind
13. No Time To Wonder
Gesamtspielzeit: 55:17

maxomer
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Beitrag vom 06.07.2018
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