ATROCITY - Okkult II
Label: Massacre Records
Man kann ATROCITY lieben oder hassen. Man kann Alben wie „Die Liebe“ featuring DAS ICH oder „Calling The Rain“ featuring YASMIN verfluchen oder anpreisen und die beiden „Werk 80“ Alben wurden teils mit 10/10 oder 2/10 Punkten bewertet. Kaum eine andere Band war so wandelbar in ihrer langen Geschichte wie ATROCITY. Aber eines kann man der Band nicht vorwerfen, und zwar dass sie sich jemals einen Trend hingegeben hätten.

ATROCITY haben immer das gemacht worauf sie Bock hatten, unabhängig dessen was vielleicht gerade „in“ war oder nicht. Also worauf hatte die Band auf „Okkult II“ denn so Bock? Der erste Teil klang ja bereits recht vielversprechend. Epische Brutalität trifft auf richtig schönen dreckigen Death Metal. Wenn man unbedingt ein Bandvergleich heranziehen möchte, am ehesten EX DEO, wobei diese noch viel mehr auf symphonische Elemente setzen. ATROCITY klingen einfach dreckiger und nicht so künstlich aufgeblasen.

Wer sich aber auf reines Geknüppel eingestellt hat, wird leider enttäuscht, denn dazu ist „Okkult II“ doch zu abwechslungsreich. Aber genau darin liegt auch das größte Manko des Albums. Man hat es mit dem Einbauen verschiedener Elemente ein wenig zu gut gemeint. Erst ein heroisches Anfangssegment, gefolgt von Doublebaseattaken, um daraufhin groovig zu werden. Klingt ja jetzt nicht schlecht, aber es kommt doch manchmal ein wenig zu hektisch rüber. Man entdeckt auch nach mehreren Durchläufen neue Details die man zuvor noch überhört hatte, und genau das macht „Okkult II“ einfach so interessant. Was aber gleich beim ersten Durchlauf klar wird, dass Songs wie „Shadowtaker“ und „Bloodsheed And Triumph“ zu den Highlights gehören.

Zwischen den ganzen Rhythmenwechsel gibt es aber eine Konstante, und zwar Frontmann Alexander Krull. Der ATROCITY Frontmann ist jetzt nicht für die tiefsten Growls bekannt, aber er hat hohen Wiedererkennungswert und hat einfach dieses gewisse Etwas. Nicht so glattgebügelt wie so manch neumoderne Death Metal Band. Herr Krull hat einfach diesen schmutzigen Unterton der beim Hören Spaß macht.

Es bleibt fest zu halten, dass „Okkult II“ kein Album ist, welches man sich einfach nur so nebenbei anhören sollte, dafür hat das Album zu viele Details zu bieten, die man nur beim genauen Hinhören erkennen mag. Für Manche vielleicht zu viele Details, aber dass die Band experimentierfreudig ist, weiß man ja nicht erst seit vorgestern.

www.atrocity.de


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Masters Of Darkness
2. Shadowtaker
3. Blood And Triuph
4. Spell Of Blood
5. Menschenschlachthaus
6. Gates To Oblivion
7. Infernal Sabbath
8. All Men Must Die
9. Phantom Ghost
10. Devil’s Covenant
11. The Golden Dawn
Gesamtspielzeit: 44:52

Lödius
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Beitrag vom 11.07.2018
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