DEE SNIDER - For The Love Of Metal
Label: Napalm Records
Dass man mit 63 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört, beweist Sänger, Entertainer und Multitalent David Daniel Snider auf eindrucksvolle Weise. Sei es optisch mit gestähltem Körper, bei dem so mancher Jungspund neidisch werden würde, oder das Markenzeichen des TWISTED SISTER Fronters, die wallende blonde Mähne. Den Meisten wird dann aber eher der Künstlername vertraut sein, Dee Snider, der die Tage mit den verdrehten Schwestern hinter sich ließ und sich erneut daran machte sich Solo zu verwirklichen.

Am letztjährigen Masters Of Rock konnte man den Ausnahmekönner ohne seine alten Kumpels bewundern und feststellen, dass Dee auch alleine eine gute Figur macht. Wer rastet der rostet und so bekommen die Fans nach dem 2016 erschienenen „We Are The Ones“, das nicht nur Kritiker spaltete, schon das nächste Werk serviert. Insgesamt schon seine vierte Soloscheibe, die auf den Namen „For The Love Of Metal“ hört und gleich etwas Verwunderung aufkommen lässt, assoziierte man doch den U.S.-Amerikaner bisher doch eher als Hard oder Hair Metal Veteranen. Doch wie Herr Snider verrät, war die Liebe zum Heavy Metal immer da, nur mit TWISTED SISTER konnte er diese Leidenschaft nicht ausleben.

Wie es bei Größen dieses Kalibers üblich ist, macht man so ein Album nicht alleine, sondern holt sich jede Menge Gaststars mit an Bord. Unterstützt wird Dee von Howard Jones, der zehn Jahre bei KILLSWITCH ENGAGE am Mikro stand, Goldkehlchen Alissa White-Gluz (ARCH ENEMY), Gitarrist Joel Grind und Drummer Nick Bellmore (TOXIC HOLOCAUST), Charlie Bellmore (KINGDOM OF SORROW) und Mark Morton (LAMB OF GOD). Für Abwechslung wäre also gesorgt. Produziert wurde die CD von HATEBREED Vokalist Jamey Jasta, der für die nötige Härte sorgte und auch alle Texte für den Meister schrieb.

Gesanglich ist DEE SNIDER über jeden Zweifel erhaben, sei es beim ultraschnellen „The Hardest Way“, bei dem er hervorragend mit Howard harmoniert oder dem für ihn typischeren „I Am The Hurricane“, bei dem jeder Ton perfekt sitzt. Musikalisch dürfte für jeden etwas dabei sein, Punk, Trash oder Speed sind auf „For The Love Of Metal“ zu finden und zeigen wie vielfältig Dee ist, der seine Stimme den gegebenen Umständen hervorragend anpasst.

„American Made“ sticht mit seinen feinen Riffs heraus, während „Running Mazes“ Trash pur ist und an ANNIHILATER erinnert. „Mask“ dagegen klingt etwas an TRIVIUM, wogegen „Become The Storm” auch von seiner alten Band hätte sein können. Wenn man von einer Ballade sprechen will, dann noch am ehesten das Duett mit Alissa bei „Dead Hearts (Love Thy Enemy)“, bei dem die beiden gemeinsam und abwechselnd tolle Arbeit leisten.

DEE SNIDER ist gesanglich seit Jahrzenten das Um und Auf in der Szene und in diesen Zeiten wo uns ein Held nach dem anderen verlässt und somit Idole dünn gesät sind, sollte man dankbar sein, dass Musiker offen für Neues sind und wir sie noch bestaunen dürfen. „For The Love Of Metal“ ist jetzt kein Meisterwerk, hat aber dank einiger starker Songs und Zusammenarbeiten, mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte, seine Daseinsberechtigung und liefert ein paar feine Kracher.

deesnider.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Lies Are A Business
2. Tomorrow’s No Concern
3. I Am The Hurricane
4. American Made
5. Roll Over You
6. I’m Ready
7. Running Mazes
8. Mask
9. Become The Storm
10. The Hardest Way
11. Dead Hearts (Love Thy Enemy)
12. For The Love Of Metal
Gesamtspielzeit: 36:30

AndyVanHalen
Weitere Beiträge von AndyVanHalen

Weitere Beiträge über DEE SNIDER

CD-Bewertung
2 Stimme(n)
Durchschnitt: 6.5
[LESERCHARTS]
Deine Bewertung:
  



War diese Kritik hilfreich?
0 Stimmen
Deine Bewertung:
  


Beitrag vom 31.07.2018
Zurück


Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: