ICE NINE KILLS - The Silver Scream
Label: Fearless Records
Die ICE NINE KILLS aus Boston sind in ihrer Heimat schon ein riesen Ding und konnten mit ihren vier bisher veröffentlichten Werken und „explosiven Konzerten“, wie das Label sie nennt, eine fette Fanbase aufbauen. Mit ihrem nun vierten Werk „The Silver Scream“ versuchen die Amis nun auch den Sprung über den großen Teich. Und die Zeichen stehen verdammt gut, denn die Truppe hat hier vermütlich sein Opus Magnum in Perfektion veröffentlicht.

Eine Melange aus NWOAHM, Postcore, traditionellen Core-Elementen und perfekt inzensinerten Keyboard-Bombast bzw. Orchestration zwischen BLEEDING THROUGH und SEPTICFLESH, die einen Mix aus Aggro-Attitüde und wunderbar eingängigen Melodien sowie Vocallines darstellt, resultiert in eine große handvoll Hits und Hymnen. Angefangen mit dem einprägsamen „The American Nightmare“, das sich thematisch an den Nightmare on Elmstreet Filmen orientiert und somit vorgibt, in welche Richtung es geht, zeigt schon das Können dank einiger Stakkato-Riffs, Aggro Attacken und einem recht eingängigen Refrain, der zum Mitsingen einlädt. Ein guter Einstieg in das musikalische Gruselkabinett, das sich durch das Album zieht wie ein blutiger Faden. Schon das Artwork, das aussieht wie ein Filmposter macht Lust auf mehr und es ist auch nicht schwer zu erkennen, welche Themen hier behandelt werden. So geht es mit „Stabbing In The Dark` ziemlich pathetisch und fast schon bombastisch weiter, ehe wieder die Core-Elemente hereinbrechen, zu denen Spenser Charnas und Justin DeBlieck sowohl in cleanen als auch aggressiven Passagen ihre Stimmen im Duett genial kombinieren. Das haben die beiden Herren offensichtlich in den letzten elf Jahren perfektioniert. Serienkiller Michael Myers, um den es hier geht, wäre stolz! Und es sind gerade die prominenteren Hollywood-Schocker, die hier die bombastischen und genialen Songs spendiert bekommen. So liefern die ICE NINE KILLS mit „Thank God It´s Friday“, eine Hymne an Jason Voorhees, den wohl bisher stärksten Song ihrer Karrier. Ein enormer Spannungsbogen, pure Aggression und ein Refrain der nur so zum Mitbrüllen einlädt, gepaart mit epischen Streichern und intensiver Atmosphäre machen schier süchtig. Da trifft es sich gut, dass man mit traditionelleren und dagegen fast schon reduziert wirkenden NWOAHM Krachern wie „Freak Flag“, „The World In My Hands“ oder „Savages“ die Hörer wieder etwas auf den Boden holt.

„Rockin The Boat“ startet mit stampfenden KILLSWITCH ENGAGE Rhythmen und einem ersten Schrei, ehe man ruhige Töne anschlägt um die Geschichte von Jaws und somit der Jagd von Martin Brody auf den weißen Hai erzählt. Jedoch ist das nur die Ruhe vor dem Sturm und bald brüllen Spenser und Justin wieder wie die Verrückten, aber dennoch rockt der Song dem Titel entsprechend. „Enjoy Your Slay“, ein weitere großartiger und tiefgründiger Hit, behandelt Shining und „It´s The End“ bringt den Horrorclown ES auf die Bildfläche, aber nicht nur dass, denn hier mischt Punk-Legende LESS THAN JAKE mit verrückten Trompeten-Tönen mit. Aber nicht nur lyrisch widmet man sich diesen Klassikern, auch Samples, gesprochene Parts oder eingebaute Soundtracks, wie eben das Theme vom Weißen Hai, sorgen für Atmosphäre. Zudem darf Jasons Mutter persönlich die Worte „Thank God It´s Friday“ sprechen. Man kann gespannt sein, wie das live umgesetzt wird.

Es ist unglaublich, wie perfekt die Herren Härte und Melodie verbinden und es schaffen, das Ganze authentisch und ungezwungen klingen zu lassen. Kitschig wird es eigentlich nur bei der Vampir-Ballade „Love Bites“, die aber definitiv einem Augenzwinkern zu sehen ist. Ebenso „Merry Axe-Mas“, das mit unterhaltsamen Text und Weihnachtsmelodien überrascht.

Der Siegeszug von ICE NINE KILLS in den Staaten ist mehr als gerechtfertigt und mit diesem wahnsinns Werk werden die Bostoner wahrscheinlich auch mühelos Europa im Sturm erobern. Bleibt nur zu hoffen, dass man diese Energie und Wut auch bald auf unseren Bühnen freien Lauf lässt.

iceninekills.com


6.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The American Nightmare
2. Stabbing In The Dark
3. Thank God It´s Friday
4. Savages
5. The Jig Is Up
6. A Grave Mistake
7. Rocking The Boat
8. Enjoy Your Slay
9. Freak Flag
10. The World In My Hands
11. Merry Axe-Mas
12. Love Bites
13. It Is The End
Gesamtspielzeit: 49:49

maxomer
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Beitrag vom 06.10.2018
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