DRAGONY - Masters Of The Multiverse
Label: Limb Music
Auch wenn DRAGONY zwischendurch die „Lords Of The Hunt“ EP veröffentlichten, hat es nun doch drei Jahre gedauert, bis das Wiener Symphonic Metal Gespann ihr drittes Werk an den Start bringt. Fans können sich nun mit „Masters Of The Multiverse“ auf einige mehr oder weniger vorhersehbare Veränderungen gefasst machen, wie auch schon das etwas andere, aber verdammt coole Cover dezent ankündigt.

Doch zunächst starten Sigfried Samer und seine Jungs mit „Flame Of Tar Valon“ sowohl thematisch als auch musikalisch gewohnt und gekonnt ins Geschehen. Ein episch angehauchter MidTempo Track, der alle Trademarks der Band mitbringt. Das wären eingängige, bombastische Melodien, dicke Chöre, Doublebass und natürlich ein mitsingkompatibler Refrain. Konzeptionell widmen sich aber DRAGONY auf dem Album vor allem ihren Wegbegleitern aus der Vergangenheit bis heute. Da sprechen wir vor allem von Pop-Kultur von He-Man über Transformers bis hin zu Game Of Thrones. Aber zunächst darf Arnie „If It Bleeds We Can Kill It“ Schwarzenegger ran. Und da gibt es schon den ersten tiefen musikalischen Einschnitt. Hier regieren nämlich 80s Synthies und poppige Coolness mitsamt Sonnenbrille. Gut, BATTLE BEAST oder GLORYHAMMER haben gezeigt, dass man Power Metal mit diesen Elementen durchaus verbinden kann und auch DRAGONY haben mit dem beliebten „True Survivor“ Cover bereits Erfahrung. Doch gleich zu Beginn diese stilistischen Ausreißer zu servieren, finde ich eher unpassend und leider kommt man auch nicht ganz an die beiden genannten Truppen und dessen Hits „Touch In The Night“ und „Universe On Fire“ ran. Da fehlt irgendwie was, doch live wird das Teil sicher ebenso abgehen wie „True Survivor“.

Wer glaubt, dass DRAGONY sich ansonsten ausschließlich auf ihre Stärken besinnen, täuscht sich, denn mutig versucht man im Mittelteil nicht nur thematisch Vorbildern zu huldigen, auch musikalisch nimmt man Umwege und wird an Arrangements der Marke QUEEN, MEAT LOAF und SAVATAGE erinnert. Das wirkt in „Angels On Neon Wings“ an manchen Stellen etwas befremdlich bis weihnachtlich (!?), wenn dann die Metalriffs wieder einsetzen, ist die Welt aber auf jeden Fall wieder in Ordnung. Und so geht es mit „Days Of High Adventure“ sofort weiter. Hier lässt neben dem Hackbraten auch die sanftere und kitschige Seite von AVANTASIA grüßen. Leider beißen sich hier DRAGONY aber einfach die Zähne etwas aus und wirken dabei einfach nicht so episch und fett wie sonst.

Aber keine Angst, denn mit Tracks wie „Eternia Eternal“, das man getrost als Tribut an FREEDOM CALL sehen kann, dem dynamischen „Defenders“ oder der echt starken und theatralische Ballade „Fallen Star“, treffen die Wiener auf jeden Fall den Nerv. Auch „Evermore“ hat wieder die Mitsing-Chöre, bombastische Keys und filigrane Melodien, wie man sie von der Truppe kennt und mag. Zum Schluss versucht man mit STAN BUSH´s „The Touch“ dann nochmal 80s Flair aufkommen zu lassen, unterlegt diesen aber mit Doublebass und rockigen Riffs, wodurch der Track einen ganz eigenen Charme entwickelt und einfach Spaß macht.

Fans werden mit den bandtypischen Songs, bei denen man ja den gewissen Anteil an Kitsch und Klischees kennt, absolut zufrieden sein, zumal sich DRAGONY bei diesen durchaus nochmal steigern, beziehungsweise perfektionieren konnten, was die Experimente in Richtung 80s, Pop und Oper betrifft, muss man aber selbst entscheiden, ob diese, vor allem in dem Ausmaß unbedingt nötig gewesen wären. Alles in allem macht „Masters Of The Multiverse“ auf jeden Fall eine Menge Spaß und wird live definitiv super funktionieren.

www.dragony.net


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Flame Of Var Talon
2. If It Bleeds We Cann Kill It
3. Grey Wardens
4. Defenders
5. Fallen Star
6. Angels On Neon Wings
7. Days Of High Adventure
8. Evermore
9. The Iron Price
10. Eternia Eternal
11. The Touch (STAN BUSH)
12. Fallen Star (Akustik)
Gesamtspielzeit: 58:33

maxomer
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Beitrag vom 31.10.2018
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