ALL THAT REMAINS - Madness
Label: Razor & Tie
Das lass ich nicht auf mir sitzen, dass ich da ein ALL THAT REMAINS Album komplett verpasst habe. Wie bereits bekannt, ist aber dieses Versäumnis nicht die einzige tragische Nachricht der amerikanischen NWOAHM Veteranen rund um Phil Labonte. Kürzlich verstarb nämlich Gründer und Mastermind Oli Herbert, der auch auf „Madness“ ganze Arbeit leistete.

Schon „The Order Of Things“, das gut zwei Jahre zuvor veröffentlicht wurde, zeigte, dass ATR sich in immer modernere Gefilde wagten und mit dem achten Werk erreichte man auch den bisher größten Peak in die Richtung. Überraschenderweise ist „Madness“ aber trotzdem nicht das poppigste Werk der Jungs. Bei „Safe House“ hält man sich zunächst zumindest in Sachen Experimente zurück und liefert einen typischen und dynamischen Hassbatzen der Band, der schon einige moderne Elemente wie dezente Synthies und düstere Melodien beinhaltet. Danach geht man aber mit der Single „Madness“ bereits in die Vollen. Hier sind ALL THAT REMAINS vollends im Modern Metal angekommen. Rockig-modernes Riffing, das gut groovt, wird sofort vom Synthesizer begleitet, Phil singt bedächtig und eindringlich und wird im Refrain verdammt eingängig und zudem vom mehrstimmigen Chor begleitet. Klar, für Fans der ersten Stunde eventuell schwer verdaulich, doch definitiv einer der größten Hitkandidaten seit Jahren. So geht es auf diesem Werke weiterhin abwechslungsreich zu und obwohl man hier den größten Anteil an Melodien und Effekten aus der Dose serviert bekommt, ist das achte Werk gefühlt härter als sein Vorgänger, der doch oft ins Poppige driftete und in den härteren Parts manchmal sogar gezwungen wirkte. Da ändern auch die Akustikballaden nichts daran. „If I´m Honest“ zeigt dabei ein Faible für den Country, „Back To You“ geht in Richtung Alternative Rock und „River City“ etwas zu sehr in Richtung Schmalz. Dafür sind „Louder“, „Halo“ und „Never Sorry“ coole Hitkandidaten, die einmal mehr an 5FDP erinnern. Als Kontrast gibt es dann aber auch noch „Open Grave“ als echten Melodic Deather und das flotte „Trust And Believe“ bei denen man die Vollbedienung an Grunts und Screams, die Phil in unzähligen Variationen beherrscht, geboten. Das finale „Thunder Rolls“ ist dann zwar gewöhnungsbedürftig, wieder etwas mit Western Flair und weiblicher Unterstützung, aber durchaus interessant.

„Madness“ ist das mutigste Album von ALL THAT REMAINS und zeigt die Band noch abwechslungsreicher als man sie sowieso schon gewohnt war. Nach ein paar etwas lascheren Alben haben sich Fans vielleicht wieder etwas durchschlagskräftigeres erwartet, aber das Album macht einfach Spaß und bietet ein paar Hits sowie Überraschungen. Wer es etwas deftiger mag, der hat ja mittlerweile auch den back to the roots Nachfolger „Victims Of The New Disease“ oder greife zu den Frühwerken.

www.allthatremains.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Safe House
2. Madness
3. Nothing I Can Do
4. If I´m Honest
5. Halo
6. Louder
7. River City
8. Open Grave
9. Far From Home
10. Trust And Believe
11. Back To You
12. Never Sorry
13. The Thunder Rolls
Gesamtspielzeit: 50:19

maxomer
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Beitrag vom 20.11.2018
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