ACCEPT - Symphonic Terror - Live At Wacken 2017
Label: Nuclear Blast
Wer bisher noch nie die Gelegenheit hatte ACCEPT live zu erleben, der bekommt nun die Möglichkeit. Zwar nur auf CD, das aber dafür mit feinem Orchester und wuchtigem Sound. Aber auch für diejenigen, die die Live-Power der Deutschen schon fühlen durften ist der neueste Streich sicher nicht unwichtig. Was bei DEEP PURPLE, KISS oder MANOWAR wunderbar funktionierte, sollte auch bei den Teutonen-Rockern für Aufsehen sorgen.

Aufgenommen wurde die Platte letztes Jahr am legendären Wacken Festival vor über 80 000 Menschen und daher auch der passende Name „Symphonic Terror - Live at Wacken 2017“. 21 Songs die keine Wünsche offen lassen vor einer tollen Kulisse mit laut abfeiernden Fans - was will das Metal-Herz mehr.

Eröffnet wurde das Konzert mit „Die By The Sword“ vom letzten Werk aus dem Jahre 2017. Gleich zu Beginn wird einem klar, dass sich die Herren aus Solingen für den Live-Mitschnitt und ihr bisher größtes Konzert wohl doppelt anstrengten. Besonders der über 60-jährige Mark Tornillo sang und brüllte sich wie ein junger Gott die Seele aus dem Leib. Dass Mark der Glücksgriff schlechthin war dürfte sich wohl bis in die letzten Winkel herum gesprochen haben.

Bei „Restless And Wild“ wurde das erste Mal lautstark mitgesungen, während bei „Pandemic“ vom saustarken Comeback-Album wohl auch der letzte Fan aufgewacht sein durfte. Nach dem fünften Song „Final Journey“ durfte sich der Sänger hinter die Bühne verziehen um seine Stimme zu schonen, um dem Kollegen Wolf Hoffmann die Bühne zu überlassen.

Dass sich Heavy Metal und Klassik gut vertragen ist uns nicht erst dank MANOWAR oder dem Virtuosen Yngwie Malmsteen bewusst. Einige Künstler holten sich mit einem Orchester Verstärkung oder bauten Teile klassischer Musik in ihre Songs mit ein. So auch Wolf, der auf seinem Solo Werk „Headbangers Symphony“ diese beiden Stile gekonnt verschmelzen ließ. Bei Nummern wie „Scherzo“ vom großen Meister Ludwig van Beethoven oder „Double Cello Concerto“ von Antonio Vivaldi agieren Band und Orchester so harmonisch, dass man nur staunend lauter drehen kann. Perfekt gewählte Stücke aus der Geschichte unterlegt mit fettem Gitarrensound von Wolf Hoffmann und dazu noch die Wucht von Christopher Williams Schlagzeug lassen das Konzert zu etwas besonderem werden.

Nach sechs Ausflügen in die Klassik, bei der auch ein gewisser Mozart nicht fehlen durfte, begab man sich zwar auch wieder zurück in die Vergangenheit, jedoch nicht ganz so weit. Über „Princess Of The Dawn“ von 1982 braucht man wohl einem echten Fan nicht viel erzählen, funktioniert einfach und wenn man dann noch ein Orchester im Rücken hat, das die Wucht noch deutlich verstärkt, kann man sich doch nur mehr zurücklehnen und genießen. „Stalingrad“ aus dem Jahr 2012 startet ruhig mit den Streichern ehe ACCEPT einsteigen und ordentlich die Post abgeht, selbige Aktion bei „Dark Side Of My Heart“ wo die klassischen Musiker die ohnehin schon tollen Momente in den Songs noch einmal deutlich hervorheben.

Den über 80 000 Metalheads blieb keine Minute Zeit um durchzuatmen, denn mit den Klassikern „Fast As A Shark“, bei dem Herr Tornillo seine Stimme aufs äußerste strapaziert und „Metal Heart“ aus einer anderen Ära haben die Jungs Songs im Gepäck, die Musikgeschichte schrieben und wohl jeder Headbanger mitsingen oder wenigstens kennen sollte. Leider näherte sich dieser tolle Auftritt dem Ende mit dem wohl wuchtigsten Song vom 2010er Comeback-Album „Teutonic Terror“. Doch der krönende Abschluss gehörte wie zu erwarten „Balls To The Wall“, der wohl als der männlichste Song aller Zeiten bezeichnet werden darf.

Super Konzert von ACCEPT, die hier eine Machtdemonstration abliefern und zeigen, dass es nach wie vor Formationen gibt, die das Zeug zum Headliner haben. Wenn man kleinlich sein will, dann kann man vielleicht bemäkeln, dass der Mittelteil mit den klassischen Stücken etwas zu lange ausfiel, man über die Songauswahl sowieso immer streiten kann und der Sound auf der CD vielleicht etwas zu sehr überarbeitet wurde und das Live Erlebnis leicht beschnitten wurde. Doch das ist schimpfen auf sehr hohem Niveau.
ACCEPT können es auch klassisch.

acceptworldwide.com

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Tracklist:
1. Die By The Sword
2. Restless And Wild
3. Koolaid
4. Pandemic
5. Final Journey
6. Night On Bald Mountain (Mussorgsky)
7. Scherzo (Beethoven)
8. Romeo And Juliet (Prokofiev)
9. Pathétique (Beethoven)
10. Double Cello Concerto (Vivaldi)
11. Symphony No.40 (Mozart)
12. Princess Of The Dawn
13. Stalingrad
14. Dark Side Of My Heart
15. Breaker
16. Shadow Soldiers
17. Dying Breed
18. Fast As A Shark
19. Metal Heart
20. Teutonic Terror
21. Balls To The Wall
Gesamtspielzeit: 120:00

AndyVanHalen
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Beitrag vom 07.12.2018
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