GREY CZAR - Boondoggle
Label: Eigenproduktion
Nach einem selftitled Debüt und der 2014er EP „The Man Who Harvest The Sea“ melden sich die Halleiner Herren von GREY CZAR mit ihrem zweiten Longplayer „Boondoggle“ zurück und liefern erneut ein außergewöhnliches Rock-Erlebnis.

Habe ich die EP noch als dreckigen Stoner Rock in Erinnerung, passt es, dass die Band mittlerweile mit MOTHER´S CAKE, KADAVAR und SPIRIT CARAVAN bereits auf Bühnen standen. Wie da PRIMORDIAL und HARAKIRI FOR THE SKY dazu passen, ist auch bald erklärt, denn die melancholische Stimme von Roland Hickman erinnert nach wie vor an den großen Glen Danzig und die abwechslungsreiche Kost der Salzburger schlägt schon oftmals sehr düstere Töne an. Unterstützt wird Roland zwar auch von zwei weiteren Kollegen an den Vocals, doch seine charakteristische Stimme steht im Vordergrund. Von Stoner ist zwar nicht mehr ganz so viel zu spüren, denn der Sound ist viel sauberer und klarer, und doch schwingt etwas bewusst undergroundiges bei den ersten zwei Rockern mit, ehe man bei „Profession Of Faith“ auf abgefahrene Rhythmik und noch mehr Schwermut setzt. Bei „Weight Of Worlds“ wird´s dann mit Klavier und generell sehr reduziertem Sound richtig filigran, ehe leicht rockige Riffs einsetzen. Auch hier geht es wieder reichlich progressiv zu, doch die vier Herren schaffen es mühelos auch catchy zu klingen, was vor allem an den außergewöhnlichen Rhythmen und den starken Vocallines liegt. Trotzdem kann es auch kurz mal etwas anstrengender werden, wenn vertrackte Riffs und längere Instrumentalpassagen einsetzen, was aber keineswegs negativ auszulegen ist. In den knapp 45 Minuten kommt definitiv keine Langeweile auf, ganz im Gegenteil, auf „Boondoggle“ gibts es so einiges zu entdecken. So spielt man sich mal locker-rockig, mal heavy-rockend, dann wieder filigran bis ruhig und auch gerne immer wieder experimentell durch das sehr kreative Material.

GREY CZAR sind schwer in eine Schublade zu stecken oder mit anderen Truppen zu vergleichen, was heutzutage eh schon eine Seltenheit darstellt. Noch dazu beweisen die vier Halleiner ein Gespür für Melodien, starkes Songwriting und Ideenreichtum. So ist „Boondoggle“ ein wirklich starkes Werk für Entdecker von neuen Sounds.

www.greyczar.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Age Of Man
2. Fire Water Holy Ghost
3. Profession Of Faith
4. Weight Of Worlds
5. Thunder Bay
6. Forlorn March
7. Sail Away
8. White Velvet
9. Create Break Or Animate
10. Vast Empyrean
11. Deep Sea
Gesamtspielzeit: 46:11

maxomer
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Beitrag vom 02.01.2019
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