TO THE RATS AND WOLVES - Cheap Love
Label: Arising Empire
Mit TO THE RATS AND WOLVES haben sich Arising Empire eher keinen Gefallen getan. Schon das Label-Debüt „Dethroned“ war kaum zu ertragen, und nun macht „Cheap Love“ genau da weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat, nämlich dort wo es weh tut.

Wo ESKIMO CALLBOY ja doch noch irgendwie Spaß machen – vor allem mit ihrer fulminanten Bühnenshow - und BRING ME THE HORIZON mit Tiefe überzeugen, kommen die Ratten und Wölfe irgendwie zu ernst und gewöhnlich daher. Poppiger Metalcore trifft hier auf unsägliche Synthies aus der (Kinder)dose, mehr nervige als eingängige Refrains und eine Menge Kitsch. Und hat der Opener und Titeltrack „Cheap Love“ noch irgendwie Power und Biss sowie eigentlich ganz gute Vocals, verfällt „Therapy“ schon in Saftlosigkeit und plätschert uninspiriert an einem vorbei, während im Hintergrund irgendwie die BACKSTREETBOYS mit einer gezwungenen Sommerhit-Melodie winken. Auch „All The Things“ geht in da in eine ähnlich kraftlose Richtung, hat aber jedoch noch einen soliden Refrain zu bieten. Und auch bei „Never Stop“ (ich hoffe das ist keine Drohung der Band) kommen wieder Boygroups, und somit auch zwangsweise die Bravo Hits in den Sinn. Die heiseren Screams retten hier aber auch nichts mehr. Aber dann gibt’s da da mit „Friendz“ doch noch einen anständigen Hitkandidaten. Klar, der ist auch poppig, die Trance-Elemente funktionieren hier aber besser, und das Teil geht sogar ins Ohr und macht Spaß. Ein Versehen, oder besteht doch noch Hoffnung? Wenn man nach dem darauf folgenden „Look What You Made Us Do“ geht, denn eher wirklich ein Ausrutscher, denn hier kitscht und schmalzt es wieder an allen Ecken, und man fragt sich wirklich, ob die Jungs nicht lieber doch reinen Boygroup-Pop machen sollten, anstatt die Metalgemeinde zu nerven. Gut, der Refrain ist dann doch noch gelungen, aber was nutzt es, wenn der Rest nicht auszuhalten ist, und man in weiten Strecken sogar komplett auf Metal-Elemente verzichtet? Es folgen weitere Songs, die alle irgendwo zwischen Pop, Rock und Metalcore schwanken und diese drei Genres immer wieder mal anders bedienen, beziehungsweise dosieren. Dabei schaut immer mal wieder Potential durch die Kitsch- und Synthiemasse, zu mehr kommt es aber nicht mehr.

TO THE RATS OF WOLVES sind auf jeden Fall mutig und experimentierfreudig. Auch besitzen die Deutschen ein Gespür für Melodien, schaffen es aber selten, wirklich Akzente zu setzen und gehen einfach etwas zu oft auf die Nerven. Dass das auch anders geht zeigen ja ESKIMO CALLBOY, I SEE STARS oder das aktuelle BRING ME THE HORIZON Album. Wer jedoch den Vorgänger mochte, der ignoriere mein Gejammer und greife auch hier wieder zu.

www.totheratsandwolves.com


3 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Cheap Love
2. Therapy
3. All The Things
4. Never Stop
5. Friendz
6. Look What You Made Us Do
7. True
8. Cure
9. Famous
10. B.I.C.
11. Down
Gesamtspielzeit: 40:25

maxomer
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Beitrag vom 03.03.2019
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