POLAR - Nova
Label: Arising Empire
Mittlerweile ist die Genrebezeichnung Post-Core alles andere als sprechend. Das Feld ist inzwischen so breit geworden, dass man sich kaum noch etwas darunter vorstellen kann. Irgendwie schreibt heute jede Band, die irgendeine Art von Core spielt, aber cooler wirken will, ein „Post“ vor sein Core. Im Falle von POLAR wäre das gar nicht nötig gewesen, denn der Mix aus Hard- und Metalcore mit ein paar elektronischen Spielereien und einigen Melodien, weiß auch so zu überzeugen. Aber bitte verwechselt die Briten nicht mit den Kollegen vom Schwesterlabel POLARIS nicht mit den der Truppe. Es war wohl klug, die Truppe nicht beide bei SharpTone unterzubringen, sondern POLAR bei Arising Empire zu signen, denn mit dem langweiligen Kitsch von POLARIS hat „Nova“ zum Glück absolut nichts am Hut.

Auch wenn POLAR durchaus mal melodisch werden können und, wie man schon im Intro merkt, nicht vor Synthies und Samples zurückschrecken, stehen vor allem heftige Riffs und fette Hardcore-Shouts im Vordergrund. Die heisere Stimme von Adam Woodford hat mir sofort gefallen und würde auch in eine straighte HC-Band der Marke HATEBREED passen. Doch der Mann weiß auch mit mehrstimmigen Refrains und mehr Melodien umzugehen. Nachdem „Devil“ noch nicht große Akzente setzen kann, weiß „Cradle“ mit seinem Kontrast aus den erwähnten Shouts und einem hymnischen Refrains sofort zu überzeugen. In eine ähnliche Kerbe fallen da auch „Adore“, das wirklich starke „Breathe“, bei dem ich auch die Rhythmusarbeit nochmal hervorheben möchte oder das emotionale „Drive“. Ausfälle gibt es auf „Nova“ keine. Womöglich könnte man sich noch etwas mehr Abwechslung wünschen, hier und da aber doch ein paar Spielereien entweder noch etwas ausfeilen oder ganz weg lassen. Einzig „Amber“ fällt mit seinem Metalcore-Kinderchor, den man schon zig-mal gehört hat, negativ auf, hat aber zumindest gute Riffs zu bieten. Dazu gesellen sich noch zwei kurze Zwischenspiele in Form von dem Instrumental „Sonder“ und dem sphärischen „Dusk“, bei dem es weiblichen Gesang gibt. Beides verzichtbar, aber lässt zumindest zwischendurch verschnaufen.

Mit „Nova“ liefern POLAR definitiv einen Hitkandidaten, der ein paar starke Brecher und Hymnen mitbringt und die Band schnell in der internationalen Szene etablieren sollte. Aber die Briten sollten sich in Zukunft vielleicht überlegen, in welche Richtung sie gehen wollen. Der Mix aus heftigem HC und eingängigem MC ist zwar gelungen, doch sollte man achtgeben, nicht in ausgelutschte Kitsch-Gefilde zu driften. Ansonsten, gerne mehr davon!

www.polaruk.co


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Mare
2. Devil
3. Cradle
4. Drive
5. Adore
6. Sonder
7. Amber
8. Breathe
9. Prey
10. Dusk
11. Midnight
12. Brother
Gesamtspielzeit: 42:16

maxomer
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Beitrag vom 04.04.2019
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