XAON - Solipsis
Label: Mighty Music
War einst extremer - vor allem Black Metal einst verschrien, sind orchestrale Momente, Bombast und Symphonisches schon mittlerweile Routine geworden. Vor allem Truppen wie DIMMU BORGIR, CRADLE OF FILTH oder heute auch SEPTICFLESH machten dieses Genre zu einem großen Highlight. Doch nur wenige Truppen schaffen es sich aus der Masse zu erheben, was vor allem daran liegt, dass man hier nicht nur Talent und Erfahrung braucht, sondern auch das nötige Kleingeld für die passende Produktion, denn mit Garagen-Orchestrierung kommt man natürlich nicht weit. W.E.B. waren da eine gut Ausnahme, aber doch sehr nahe an SEPTICFLESH dran, da man sich ja auch ein Mitglied für die Orchestrierung ausborgte. Nun werfen sich XAON aus der Schweiz mit ihrem zweiten Werk „Solipsis“ selbst in den Ring und mischen das Genre von hinten auf.

„Monolith“ fährt schon alle Geschütze auf. Düstere Black-Metal meets Gothic-Stimmung trifft hier auf brutale Riffs und Screams, aber auch eingängige cleane Vocals und allerlei Melodien, die bombastischer nicht sein könnten. Dennoch wissen die Schweizer auf jeden Fall auch wie man den Härtegrad hoch hält. So geht es mit „Carillon“ gleich mit Blasts und heftigen Riffs weiter, man schwenkt schnell in flotte Melodic Death Gefilde um, nutzt aber auch Keyboards, die auch im Power Metal funktionieren würden. Einfallsreiche Vocallines und allerlei Spielereien lassen aber auch an Prog denken und im Refrain wird´s verdammt hymnisch. Somit ist der erste Hit bereits geboren. XAON wollen sich partout nicht kategorisieren lassen, schaffen es aber ein großes Ganzes zu liefern. So stört es auch nicht dass man im Titeltrack die Groove-Keule á la PANTERA rausholt, diese aber mit einem Keyboardteppich unterlegt und auch hier große Orchester-Geschütze auffährt, während die Doublebass unentwegt rattert. Richtig heftig wird es dann in „Mobius“, bei dem man sich dann doch auch mehr an den Griechen orientiert, da man die Orchestrierung hektisch und abgehakt zu Werke gehen lässt und im Tempo reichlich variiert. Die meisten Songs sind auch von der Länge her etwas opulenter ausgefallen, denn XAON haben viel zu sagen und lassen sich dafür meist fünf bis sechs Minuten, in denen es nie langweilig wird, Zeit, doch „Eros“ kommt sogar auf gut acht Minuten, weshalb das Duo Vincent und Rob, die hinter dem Namen XAON stehen, noch einige mehr Elemente einfließen lassen, aber auch die vorher gesetzten Trademarks nicht vergessen. Ein großartiger Track, der sich noch ein kleines Bisschen von dem verdammt starken Material hervorhebt. Wer es düster mag, der wird mit dem fiesen „Cipher“ seine Freude haben, auch „Beast“ wird seinem Namen über weite Strecken gerecht und auch das finale „Mask“ enttäuscht nach dem etwas entbehrlichen Zwischenstück „River“ definitiv nicht.

XAON haben ein großartiges, abwechslungsreiches und überraschendes Werk abgeliefert, dass dem Genre des bombastischen Extreme Metal definitiv etwas Neues beizutragen weiß. Fans der genannten Truppen, aber auch eventuell DARK TRANQUILLITY, ROTTING CHRIST oder AMORPHIS sollten auf jeden Fall in „Solipsis“ reinhören.

www.facebook.com/xaonmusic


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Monolith
2. Carillon
3. Solipsis
4. Mobius
5. Eros
6. Cipher
7. Beast
8. River
9. Mask
Gesamtspielzeit: 49:44

maxomer
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Beitrag vom 10.04.2019
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