ORSO - Paninoteca
Label: Czar Of Crickets
ORSO ist italienisch, steht für Bär, kommt aber direkt aus der Schweiz und hat nichts zu sagen – zumindest nicht mit Worten, dafür aber musikalisch umso mehr, denn mit drei Gitarren, Bass und Drums bauen die Herren aus Laussane fette Soundwände und schwermütige Atmosphäre auf ihrem Werk „Paninoteca“ auf.

Ähnlich wie CELESTE und andere Post-Metal Bands erschaffen ORSO von der ersten Sekunde an eine ganz eigene Soundkulisse, die schwermütig, fast schon apokalyptisch, aber definitiv fett aus den Boxen wummert. Ein gewisser hypnotischer Sog entsteht durch eine bewusste Monotonie, der man kaum entfliehen kann. Am besten lauscht man den Sondwänden mit flierrenden Gitarren und wummerndem Bass aber wohl am besten mit geschlossenen Augen oder im dunklen Kämmerlein. Im Gegensatz zu den erwähnten Franzosen, die das Ganze auf die Spitze treiben, verbleiben ORSO trotz eines guten Härtegrads in angenehmeren Gefilden, verzichten komplett auf Gesang und rasten dementsprechend auch nie so komplett aus. Das macht aber nichts, denn „Paninoteca“ verfehlt in den mehr als 70 Minuten nicht seine Wirkung und wird auch nie langweilig. Glaubt man nach zwei überlangen Nummern, schon alles gehört zu haben, legt man mit dem etwas reduzierteren, melodischeren und intensiveren „Choripán“ sogleich noch eines drauf. In „Horseshoe“ wirds noch eine Schippe doomiger und der 10-Minüter „Monte Cristo“ setzt etwas mehr auf Dynamik und Abwechslung als die meisten anderen Songs, kann aber mit black-metallischem Unterton in seinen 10 Minuten noch weitere Akzente setzen. Den längsten Track markiert aber dann noch das abschließende „Smörgastarta“, das nochmal in die Vollen geht.

Meint man noch, ORSO meinen ihre Musik bitter ernst – warum auch nicht? Es klingt ja auch so - verrät uns die Band noch, dass ihre Tracks nach Sandwiches! – Ja, belegtes Brot, benannt sind. Und plötzlich ergibt alles Sinn: der Albumtitel, das Artwork, denn nun erkennt man auch, was da zu sehen ist – ja Brot, verdammt nochmal, und warum die Herren auf den Bandfotos alle am Fressen sind. Und wer´s nicht glaubt, der schaut im Booklet nach und findet dort auch noch die Rezepte zu den erwähnten Songtitel. Die spinnen ja die Schweizer – und das ist gut so! Hört ORSO!

www.facebook.com/orsoband


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Sloppy Joe
2. Jambon-beurre
3. Choripàn
4. Horseshoe
5. Mitraillette
6. Fluffernutter
7. Jucy Lucy
8. Monte Cristo
9. Dagobert
10. Smörgastarta
Gesamtspielzeit: 73:05

maxomer
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Beitrag vom 18.04.2019
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