SHEOGORATH - The Feeble And The Worthless
Label: Eigenproduktion
Zwei Jahre nach dem doch schon sehr positiv überraschenden Debüt „Blackthology“, schmeißen die beiden Wiener Musiker Patrick (Ex-SATANIC COCKROCKERS) und Matej (Ex-SYNTHESIS) unter dem banner SHEOGORATH mit „The Feeble And The Worthless“ den zweiten Longplayer raus und reizen dabei erneut Genregrenzen aus.

Auch wenn das Artwork erneut auf kompromisslosen Extreme Metal hinweist und noch mehr in Richtung Black Metal schielt als zuvor, so zeigen sich die beiden Herren weiterhin kreativ, virtuos und verspielt. So beginnt man mit „Traverse Of Light“ recht melodisch und verspielt und geht bald in flotte Thrash Metal Rhythmen sowie moderne Melodic Death Riffs über, wohingegen Patrick mit eher schwarz angestrichenen Vocals drüber pfaucht. Ein rock´n´rolliger Unterton ist dabei auch nicht zu überhören. Da es sich hier um eine Band ohne Labeldeal handelt und die beiden Herren alles – inklusive dem Drumcomputer – selbst machen, ist die Produktion vielleicht nicht auf der Höhe des Möglichen, aber definitiv nicht als schlecht zu bezeichnen. Gerade in dem Genre können ein paar Ecken und Kanten bekanntlich ja auch ganz gut tun. Das kommt auch dem fiesen „The Vision Of Fire“, das recht wüst mit Black Metal Beats startet, zu Gute. Bald drosselt man aber das Tempo und wird melodischer und atmosphärischer, so dass sich ein leicht apokalyptisches Feeling einstellt, ehe wieder geknüppelt wird. Der Gesang wird im restlichen Verlauf auf ein Minmum reduziert und man tobt sich dynamisch und verspielt aus. Man merkt, dass die beiden Herren noch besser aufeinander abgestimmt sind, als sie es am Vorgänger sowieso schon waren. Auch das Death Metal-lastigere „Celestial Collapse“ macht Spaß und lässt vor allem die Melodien und Rhythmen für sich sprechen, Patrick kreischt aber dennoch hier und da mit rein. Das kurze und knackige „Defying Defiance“ könnte von skandinavischen Vertretern des Melo-Death inspiriert sein, „Caller Of The Void“ geht mit Doublebass und ein paar Spielereien am Bass, gut nach vorne und „Abysmal Repulsion“ schwankt zwischen fiesem Extreme Metal und hochmelodischen Gitarrenspielereien. Danach gibt es in „Azura“ noch düsteres Klavier zu hören und einige Ambient Momente, wohingegen der abschließende Titeltrack wieder aufs Gaspedal drückt.

SHEOGORATH lassen sich kaum in eine Schublade schmeißen, verschmelzen Extreme Metal Elemente aller Art mit verspielten Melodien und Rhythmen und schrecken auch Ambient oder diversen Genres mit dem Wort „Post“ darin nicht zurück. Dementsprechend wirkt „The Feeble And The Worthless“ zunächst etwas konfus und überfordernd und wird es nicht so leicht haben seine Zielgruppe zu finden. Man muss den beiden Herren aber lassen, dass sie sich so hier eine wirklich kreative Nische geschaffen haben und man wirklich gespannt sein kann, was denn da noch kommt in Zukunft.

sheogorath.at


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Traverse Of Light
2. The Vision Of Fire
3. Celestial Collapse
4. Defying Defiance
5. Caller Of The Void
6. Black - Poves? O ?iernom Psovi
7. Absymal Repulsion
8. Azura
9. The Feeble And The Worthless
Gesamtspielzeit: 40:41

maxomer
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Beitrag vom 18.06.2019
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