SABATON - The Great War
Label: Nuclear Blast
Auch nach so vielen Jahren ist die Erfolgsgeschichte von SABATON noch unglaublich. Vom kleinen Power Metal Geheimtipp zum Headliner auf allen Bühnen dieser Welt, Veranstalter eines eigenen Festivals und Metal Cruise, mehrfacher Platin-Besitzer und seit neuestem auch Betreiber eines eigenen History-Channels - in nur kurzer Zeit sind SABATON nun eine nicht mehr weg zudenkende Größe, die fleißig alle zwei bis drei Jahre eine neue Platte veröffentlicht und zwischendurch jedes Jahr über hundert Shows durchführt. Mit „The Great War“ haben sich die kriegsinteressierten Schweden nun ein richtig großes Kaliber vorgenommen, denn das neunte Album behandelt ausschließlich den ersten Weltkrieg.

Dank des erwähnten History-Channels, auf dem regelmäßig Videos mit ausführlichen Erklärungen durch den amerikanischen Historiker in Bild und Ton zu den einzelnen Songs veröffentlicht werden, spare ich mir auch in Zukunft, tiefer in die Texte von SABATON bei meinem Review einzugehen. Man kann von der Band halten was man will, aber es ist immer wieder spannend, sich mit den einzelnen Storys über die Kriege unserer Geschichte näher auseinander zu setzen. Seit „Heroes“ ist es auch fast noch einfacher sich darüber zu informieren, weil man noch fokussierter auf einzelne Events oder sogar einzelne Personen eingeht und dessen Geschichten anschneidet. Auch „The Great War“ hat diesen Ansatz zum Teil, denn „82nd All The Way“, das sich als erster und flottester Hit herausstellt, handelt von dem Amerikaner Sergeant York, der im Krieg zum Helden wird. „Seven Pillars Of Wisdom“ handelt von Lawrence of Arabia und „The Red Baron“ ist wohl selbsterklärend.

Auch auf musikalischer Ebene bleiben sich SABATON treu, denn immer noch gibt es vorrangig eingängigen, Keyboard-getriebenen und mit vielen mehrstimmigen Parts ausgestatteter Power Metal, über die Joacim Brodéns raue Stimme thront. So kann es schon mal sein, dass einem die eine oder andere Melodie von vorherigen Alben bekannt vorkommt, was aber nicht weiter schlimm ist, da die Tracks nach wie vor eine Menge Spaß machen und vor allem für die Bühnen geschrieben sind. Doch Jokaim, Pär und die restlichen Jungs, zu denen nun auch Gitarrist Tommy Johansson (REINXEED, MAJESTICA) gehört, ruhen sich nicht ausschließlich auf ihren etablierten Trademarks aus, sondern versuchen ein paar neue Elemente in den Sound zu weben. So gibt es in „The Red Baron“ eine Hammond Orgel und ein saucooles Solo von dieser, „The Attack Of The Dead Man“ spielt mit düsterer Atmosphäre und abgefahrenen Synhties und „Great War“ ist ein starker Mix aus dem bombastischen „Carolus Rex“ und dem pathetischen „Primo Victoria“. Dazu kommt noch das fette Finale in Form von „The End Of The War To End All Wars“, bei dem man fette Orchestrierung aus der Dose serviert bekommt. Schnelle und eingängige Nummern gibt es ebenfalls wieder, nämlich in Form von der Sniper-Hymne „A Ghost In The Trenches“, bei der Tommy auch am Gesang mitmischen darf und „The Future Of Warfare“, der von der Geburt des Tanks handelt. Nur „In Flanders Fields“, ein berühmtes Gedicht, das man von einem Knabenchor vortragen ließ, ist am Ende als Füllmaterial zu sehen und eher entbehrlich.

Schon „The Art Of War“ hatte kurze, gesprochene Einleitungen zu jedem Song, was die einen mochten und die anderen nervte, aber auch „The Great War“ bedient sich dieses Elemtens, doch SABATON umgehen das Problem, dass sich diese Einleitungen abnutzen könnten, indem man einfach zwei Editionen davon anbietet.

Wer SABATON mag wird auch „The Great War“ schnell liebgewinnen. Zwar kommt man hier nicht an die größten Werke heran und wiederholt sich mangels großer Weiterentwicklung hier und da etwas, dennoch ist das neunte Werk eine Spur stärker als sein Vorgänger und macht immer noch eine Menge Spaß.

www.sabaton.se


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Future Of Warfare
2. Seven Pillars Of Wisdom
3. 82nd All The Way
4. The Attack Of The Dead Man
5. Devil Dogs
6. The Red Baron
7. Great War
8. A Ghost In The Trenches
9. Fields Of Verdun
10. The End Of The War To End All Wars
11. In Flanders Fields
Gesamtspielzeit: 42:29

maxomer
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Beitrag vom 16.07.2019
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