SLIPKNOT - You Are Not My Kind
Label: Roadrunner Records
Und wieder sollte es eine halbe Dekade dauern, bis die neun Maskierten aus Des Moines, Iowa eine neue Platte veröffentlichen. SLIPKNOT ließen sich aber dieses Mal bewusst Zeit und feilten gemeinsam sehr lange an dem Material. Natürlich war Corey auch mit STONE SOUR beschäftigt, doch so intensiv haben sich die Herren noch nie mit ihrem Material auseinander gesetzt, wie der Fronter zu Protokoll gab.

Wo „5. The Gray Chapter“ von Anfang an aus allen Rohren ballerte, da lässt sich „We Are Not Your Kind“ um einiges mehr Zeit und gräbt tiefer, wie es scheint. Der Vorgänger war gebündelte und zielgerichtete Wut, das sechste Werk ist da noch mit viel mehr Trauer, aber genügend Aggression, die bei den New Metallern natürlich nicht fehlen darf, zu beschreiben. „Insert Coin“ ist da ein abstraktes Intro, wie man es nur von SLIPKNOT kennt und von DJ Sid Wilson wunderbar in Szene gesetzt. Corey wimmert schon dezent im Hintergrund, ehe mit chaotischen Sounds in den Opener „Unsainted“ übergegangen wird.

Der Track beginnt überraschend bedrückend, aber noch viel unerwarteter kommen die weiblichen Chöre im Hintergrund, zu denen Taylor sofort mit hymnischem Gesang beginnt, während sich der Rhythmus immer weiter steigert. Und schon jetzt ist ein neuer Hit geboren. Natürlich gibt es auch fette Percussion, die üblichen SK-Rhythmen und wütende Shouts im unvergleichlichen Stil des Sängers. Viel schleppender und basslastiger erscheint das fiese „Birth Of The Cruel“, das auf einen eingängigen Chorus verzichtet. Ein guter Einstieg, der aber die Geister scheiden wird, denn hier versuchen SLIPKNOT alte Wut mit modernem Metal zu vermischen um eine Brücke zwischen den sowieso schon – bzw. eh schon immer – gespalteten Fans zu schlagen.

Dagegen steht unter anderem „Nero Forte“, denn das startet zwar ziemlich heftig und hat ein paar starke Riffs, plätschert aber im Refrain verdammt seicht dahin und auch „Critical Darling“ will nicht wirklich zünden und ist definitiv zu lang ausgefallen. Dafür wissen die Herren nach wie vor wie man ruhige Balladen und Akustik-Parts mit heftigem Metal verbindet, wie dann das ebenfalls bitterböse anmutend „Liar´s Funeral“ zeigt. „Red Flag“ ist dann ein ganz klassischer Wutbrocken, während „Spiders“ mit sehr düsteren Klavierspielereien und ruhigem Gesang eine ziemlich bedrohliche Atmosphäre erzeugt und sich dann immer mehr elektronische Spielereien hinzugesellen. „Orphan“ baut sich danach sehr bedrohlich auf, artet dann aber wieder in klassische Percussion und Rhythmen und die übliche Aggression aus. Ein flotter Banger, wie man ihn von der Truppe halt kennt – dafür stimmt der Refrain hier. Ganz aus der Reihe fällt dann das Ambient-Stück „My Pain“, das zwar irgendwie ganz interessant tönt, aber echt keine sieben Minuten hätte dauern sollen. Mit „Not Long For This World“ gibt es noch eine Hymne ehe „Solway Firth“ das Album mit einem bereits bekannten Track, der durchaus gefällt, aber auch keine Bäume mehr umreißt, beendet.

SLIPKNOT machen es weder den Fans noch sich selbst wirklich leicht mit „We Are Not Your Kind“. Zwar verbinden die Herren ihre ureigenen Trademarks der frühen Tage mühelos mit moderneren Elementen, schaffen es aber selten wirklich zu überraschen und richtig zu begeistern. Zudem ist vieles einfach schon zu bekannt und so mancher Refrain einfach zu seicht ausgefallen um mit den großen Hits mithalten zu können. Dennoch hat auch das sechste Album eine ungemein dichte Atmosphäre, den einzigartigen Sound von SLIPKNOT und einige Kracher am Start.

www.slipknot.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Insert Coin
2. Unsainted
3. Birth Of The Cruel
4. Death Because Of Death
5. Nero Forte
6. Critical Darling
7. Liar´s Funeral
8. Red Flag
9. What´s Next
10. Spiders
11. Orphan
12. My Pain
13. Not Long For This World
14. Solway Firth
Gesamtspielzeit: 63:20

maxomer
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Beitrag vom 25.08.2019
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