SONATA ARCTICA - Talviyö
Label: Nuclear Blast Records
Nach drei Jahren Warten bringen SONATA ARCTICA ihr neues Album „Talviyö“ heraus, was hierzulande Winternacht bedeutet. Im Vergleich zum ersten veröffentlichten Track „A Little Less Understanding“ können SONATA ARCTICA Fans jedoch beruhigt sein, da sich das Album trotz einiger musikalischer Ausschweifungen perfekt in die Reihe der Vorgänger „Pariah’s Child“ und „The Ninth Hour“ fügt.

Der erste Track „Message From The Sun“ breitet sich, wie die weiße Schneedecke des Covers, mit leichten und sakralen Klängen aus. Die eher ruhigere, verträumte Stimmung wird jedoch von ein paar schnelleren Beats abgelöst und der Song schlägt eine musikalische Brücke zum letzten Album „The Ninth Hour“. Die Schönheit des finnischen Winters und die Nordlichter, die den Himmel erhellen spiegeln sich dabei auch im Text wieder. Beim folgenden Lied „Whirlwind” zieht ein Sturm auf und eine kurze Marschmusik ergießt sich in ungewohnt rockige Klänge. Tony Kakko versteht es hier auf spielerische Weise neue Klänge mit dem Sound von SONATA zu vermischen und dabei etwas entstehen zu lassen das sowohl Neugierde als auch Nostalgie weckt. Der Track ist kraftvoll, bringt aber dennoch eine gewisse Ruhe mit sich. Ziemlich abrupt startet „Cold“, ein sehr emotionaler Song, der einen tief eintauchen lässt.

Im Gegensatz dazu ist „Storm The Armada“ sehr Keyboard-lastig, mit getrieben Rhythmen und teils klagenden Chorgesänge im Hintergrund, die das Grundgerüst dieses Tracks bilden. Daher hebt sich der Track auch stark von den vorangegangen Songs ab. Darauf folgt mit „The Last Of The Lambs” wieder ein ziemlich ruhiger Start, der neue musikalische Elemente aufweist. Klare Schlagzeug-Akzente und wabernde Synthie Klänge kennzeichnen diese melancholische Ballade, dessen Titelzeile sich sofort einbrennt. Ein Track den man auf jeden Fall gehört haben sollte und sicher auch einer der besten des neuen Albums.

Weiter geht es mit „Who Failed The Most” und es kommt wieder mehr Geschwindigkeit in die Partie. Der Song steht musikalisch wieder in Tradition bekannter SONATA-Songs und auch textlich werden hier sehr einprägsame Phrasen verwendet, die sich mit Sicherheit auch wunderbar zum Mitsingen bei Live-Auftritten eigenen. Neu auf diesem Album ist auch der rein instrumentale Track „Ismo’s Got Good Reactors“ auf dem folkloristische Einflüsse zu hören sind.

Mit “Demon’s Cage” wird ein Track geliefert, der musikalisch auch sehr gut auf das letzte Album gepasst hätte. Sehr kontrovers ist im Gegensatz dazu „A Little Less Understanding“ ein ziemlich poppig, kitschiger Song, der selbst für SONATA ARCTICA etwas „too much“ ist. Vermutlich hat man hier einfach versucht eine bereitere Schicht an neuen Fans zu erreichen, was man sich mit Sicherheit hätte sparen können. Zum Schluss gibt es mit “The Raven Still Flies” einen eher ruhigeren Track mit finnischen Einflüssen, gefolgt von „The Garden“ der das Album langsam ausklingen lässt.

Das neue SONATA ARCTICA Album „Talviyö“ hat seine Höhen und Tiefen und bietet einiges an musikalischen Überraschungen. Im Vergleich zum Vorgänger setzt das Album vermehrt auf musikalische und elektronische Effekte und ist teilweise etwas schneller, aber dennoch ruhiger. Doch auch wenn das Album musikalisch polarisiert und richtig zündende Tracks fehlen, wird man langsam in den Bann gezogen. Fans können sich auf jeden Fall darauf freuen.

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5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Message From The Sun
2. Whirlwind
3. Cold
4. Storm The Armada
5. The Last Of The Lambs
6. Who Failed The Most
7. Ismo’s Got Good Reactors
8. Demon’s Cage
9. A Little Less Understanding
10. The Raven Still Flies
11. The Garden
Gesamtspielzeit: 56:36

Veronica de Groot
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Beitrag vom 28.08.2019
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