AS I LAY DYING - Shaped By Fire
Label: Nuclear Blast
Dass AS I LAY DYING weiter machen würden, war klar, doch dass es schon so bald sein würde, war doch eine Überraschung, denn Tim Lambesis kam trotz Verurteilung zu sechs Jahren Haft, schon nach etwas mehr als zwei Jahren auf Bewährung wieder raus, ließ sich aber dennoch noch fast zwei weitere Jahre Zeit um zu verkünden, dass er sich mit seinen Kollegen, die zwischenzeitlich mit der Modern Metal-Truppe WOVENWAR ihre Zeit vertrieb, zusammen getan hat. „Shaped By Fire“ heißt das gute Stückt und wird wohl vorrangig Lambesis´ Taten und seine Zeit im Gefängnis verarbeiten. Mit dem Feuer hat er sich auf jeden Fall gespielt, als er sich jemand suchte, der seine Ex-Frau ermorden sollte – und hat sich dafür natürlich verbrannt. Man mag von dem Amerikaner nun halten was man will, ich versuche stets Künstler und Kunstwerk zu trennen, muss aber dennoch auf so manch Text eingehen, da hier beides irgendwie Hand in Hand geht.

Der Titel „Shaped By Fire“ mag eventuell schon zeigen, dass Tim seine Lektion im Gefängnis verstanden hat und „Blinded“ versucht im eingängigen Refrain mit den Worten „Have you ever been blinded by the pain...“ seine Taten zu entschuldigen. Der Song knallt ansonsten verdammt gut und bietet starke Metalcore-Kost mit viel Aggression, aber auch Melodie und cleanen Vocals. Als zweiten Track, der sich offensichtlich mit dem Thema auseinandersetzt, zeigt sich der Fronter weniger entschuldigend, sondern wirklich reumütig. Mit „My Own Grave“ geht er mit sich selbst hart ins Gericht und meint: „Buried alive inside my own grave, there is no one else to blame.”, und liefert zudem einen der stärksten Tracks des Albums, was nicht nur an der Emotion liegt. Hier harmonieren Härte und Melodie wunderbar und die heftigen Attacken von Jordan Mancino machen wirklich Spaß. Das ist nicht überall auf „Shaped By Fire“ der Fall, denn manchmal verstricken sich AS I LAY DYING zu sehr in Metalcore-Klischees, die wir einfach schon zu oft gehört haben. Mit dem verdammt brutalen und intensiven „Undertow“, dem emotionalen und atmosphärischen „Wreckage“ sowie dem treibenden Brocken „Redefined“ gibt es aber auf jeden Fall ein paar echte Hitkandidaten am siebten Werk der Herren aus Kalifornien. Und auch der von Doublebass gezeichnete Hassbrocken „Only After We Have Fallen“, der etwas an DEVILDRIVER erinnert, soll nicht unerwähnt bleiben.

„Shaped By Fire“ ist vielleicht nicht das erhoffte Comeback-Meisterwerk, aber ein wirklich gelungenes Stück US-Metalcore und definitiv das ehrlichste und emotionalste Werk der Bandgeschichte. Tim ist in der Form seines Lebens und die Band eingespielt wie eh und je und so freuen wir uns auf kommende Live-Taten und hoffentlich auch auf das lang erwartete dritte AUSTRIAN DEATH MACHINE Album.

www.asilaydying.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Burn To Emerge
2. Blinded
3. Shaped By Fire
4. Undertow
5. Torn Between
6. Gatekeeper
7. The Wreckage
8. My Own Grave
9. Take Whats Left
10. Redefined
11. Only After We Have Fallen
12. The Toll It Takes
Gesamtspielzeit: 42:20

maxomer
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Beitrag vom 04.10.2019
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