KNORKATOR - Widerstand Ist Zwecklos
Label: Tubareckorz / Rough Trade
Ein Vierteljahrhundert KNORKATOR, Deutschlands meiste Band der Welt – wenn das kein Grund zum Feiern ist! Das dachten sich auch die Berliner, und schufen mit „Widerstand Ist Zwecklos“ eine neue Platte, der auch eine ausgedehnte Tour folgen wird. Was ihr auf dem inzwischen neunten Studioalbum zu hören bekommt, hab ich hier für euch zusammengefasst.

Gleich ab den ersten Klängen weiß man, wo man hier gelandet ist! „Revolution“ ist abgesehen vom Refrain eine Aufzählung von Erscheinungsformen der Menschheit, und egal wie schräg sich mancher herrichtet – für KNORKATOR ist das alles zu langweilig, und es sind wohl andere Kriterien für Revolutionäre erforderlich. Vom Stil her ähnlich ist auch „Ein Wunsch“, das mit abgehacktem Gesang daherkommt und die Sinnlosigkeit von Wünschen zum Thema hat. Danach wird es rockiger, und die Persiflage vom ANITA WARD-Song „Ring My Bell“ zeichnet sich durch extrem hohen Gesang aus, was besonders schräg klingt. Ebenso wie „Rette Sich Wer Kann“, wo man auf der einen Seite extrem schreiendem Gesang ausgesetzt wird, und auf der anderen Seite von einem einlullenden Chor! Ist eine ziemliche Herausforderung für die Ohren, aber man weiß ja schon vorher, dass man auf alles gefasst sein muss. Eine Hymne für Partypeople und Festivalbesucher könnte „Am Arsch“ werden, denn die beschriebenen Ereignisse hat wohl so mancher schon miterlebt. Nach dem Doch-Nicht-So-Ganz-Liebeslied „Was du gibst“, kommt das extrem schrille und sinnbefreite „Buchstabensuppe“, bei dem man nur knapp am Hörsturz vorbeischrammt. Es folgt eine mehr oder weniger tiefsinnige Betrachtung zum „Untergang“ der Zivilisation, aber dafür ist „Krieg“ ein ernster Song, der ganz gut als ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft gelten kann. Der vorletzte Song ist ein Cover vom DEPECHE MODE Song „Behind The Wheel“, das teilweise reichlich verzerrt wird, was den Hörgenuss schmälert. Das Finale „Zu Kurz“ ist mit fast sechs Minuten eher lang, und irgendwie Chaos pur. Death Metal und locker flockige Klänge wechseln sich ab, ebenso wie cleane Vocals und Growls. Ist also eher eine Herausforderung, aber wahre Fans werden damit umgehen können.

„Widerstand Ist Zwecklos“ reiht sich nahtlos in die Schlange der Vorgängeralben ein. Der Mix aus Klamauk und Ernst in verschiedenartige Klänge verpackt, wird wohl erneut die Fans zufriedenstellen, und vieles davon wird wohl auch live aufgeführt werden. So manche Wahrheit wird mit einem Augenzwinkern betrachtet, anderes wieder mit Brachialgewalt, und zwischendurch werden die Gehörgänge an die Grenzen gebracht. Aber es ist halt KNORKATOR, und da muss man mit allem rechnen.

www.knorkator.de


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Revolution
2. Ein Wunsch
3. Ring My Bell
4. Rette Sich Wer Kann
5. Am Arsch
6. Was Du Gibst
7. Buchstabensuppe
8. Untergang
9. Krieg
10. Behind The Wheel (Knorkator Version)
11. Zu Kurz
Gesamtspielzeit: 43:29

Metalmama
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Beitrag vom 08.10.2019
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