ALCEST - Spiritual Instinct
Label: Nuclear Blast
Seit fast einem Jahrzehnt verfolge ich die musikalischen Wege von ALCEST, also seit der Hälfte des Bestehens dieser Post-Metal/Shoegaze Band, und die Franzosen zeigten sich dabei sehr variantenreich, obwohl die grundlegenden Klänge stets erhalten blieben. Der Durchbruch gelang mit den teilweise doch druckvollen Platten „Écailles De Lune“ und „Les Voyages De L’âme“, darauf folgte das sehr softe „Shelter“ und mit „Kodama“ ging man einen Zwischenweg zwischen beiden Ausprägungen. Das neue Werk heißt „Spiritual Instinct“ und man darf gespannt sein, welche Pfade man dafür beschritten hat.

Bereits ab den ersten Tönen kommt das unverwechselbare Kolorit von ALCEST zum Vorschein. Auch wenn die Klangfolgen natürlich neu sind, so fühlt man sich doch gleich irgendwie zu Hause. „Les trägt Jardins De Minuit“ besteht aber nicht nur aus Melodien, sondern wie gewohnt trägt Mastermind Neige einen Mix aus Growls und cleanem Gesang bei. Dies setzt sich auch bei „Protection“ fort und längstens da ist man mit Haut und Haar in dem besonderen Feeling gefangen, das die Musik der Franzosen erzeugt. Titel Nummer drei, „Sapphire“ wurde bereits vorab als Single veröffentlicht, und dabei handelt es sich um einen etwas softeren Song, der jedoch sehr intensiv herüberkommt. Etwas kraftvoller ist „L’île Des Morts“ angelegt, aber durch phantasievolle Riffs und Backgroundgesänge bleibt auch hier die intensive Emotion erhalten. Bei „Le Miroir“ geht es erneut softer zur Sache, aber beim Titel- und zugleich Abschlusstrack „Spiritual Instinct“ wird noch einmal auf druckvollere, jedoch sehr atmosphärische Klangwelten gesetzt, und so findet das mit nicht einmal einer Dreiviertelstunde nicht allzu lange Album ein perfektes Ende.

Die Musik der Klangzauberer ALCEST hört man nicht nur, sondern sie zielt sehr stark auf die Gefühlsebene ab, und vermag einfach vollkommen mitzureißen. Neige ist und bleibt einer der phantasievollsten Gitarristen, und die Wechsel zwischen Growling und cleanen Vocals gehen stets fließend vonstatten. Auf „Spiritual Instinct“ findet man, wie auf dem Vorgänger „Kodama“, erneut einen Mix aus etwas härteren und softeren Titeln, und damit dürften wohl alle Fans zufriedengestellt werden.
Am schönsten an so einer neuen Platte ist, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit steigt, die Band bald wieder einmal live zu erleben, und im Fall von ALCEST sollte man sich den 22.2.2020 schon dick im Kalender anstreichen, da werden die Franzosen die Szene Wien mit opulenten Klängen füllen.

www.facebook.com/alcest.official


7 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Les Jardins De Minuit
2. Protection
3. Sapphire
4. L’île Des Morts
5. Le Miroir
6. Spiritual Instinct
Gesamtspielzeit: 41:02

Metalmama
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Beitrag vom 30.10.2019
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