ALASTOR - Šumava
Label: Schattenpfade
Bereits seit 1996 aktiv, zählen ALASTOR aus Oberösterreich zu den Veteranen der österreichischen Black Metal-Szene, konnten jedoch nie den Bekanntheitsgrad von Bands wie ABIGOR, SUMMONING oder auch DORNENREICH erreichen. Trotzdem ist der Name ALASTOR vor allem in der österreichischen Szene natürlich ein Begriff, so konnten sie doch mit ihren bisher erschienenen Alben „Silva Nordica“, „Noble North“ und „Waldmark“ mit klassisch nordisch klingendem Black Metal überzeugen.

Und genau dieser musikalischen Ausrichtung ist die Truppe, deren einzige Konstante Gitarrist Rambeer darstellt, auch auf „Šumava” treu geblieben. Schon beim Opener „Plateau Of The Past” schallt einem eisiger Midtempo Black Metal aus den Boxen entgegen, der so klingt, als wäre er die letzten zwanzig Jahre in einer schneebedeckten Höhle in Norwegen konserviert gewesen und hätte auf irgendeine Weise seinen Weg nach Oberösterreich gefunden. Stilfremde oder gar progressive Elemente wird man auf „Šumava” definitiv nicht finden, Melodien sehr wohl. Auch wenn sich die Band stilmäßig seit „Silva Nordica“ nicht wirklich verändert hat, gab es über die Jahre natürlich stets Verbesserungen beim Songwriting aber auch beim Sound. Verglichen mit dem sehr klirrenden Sound auf dem Vorgänger „Waldmark“ erscheint die Produktion auf „Šumava” klarer und druckvoller, die Melodien sind fesselnd und man sieht beim Anhören förmlich den riesigen Böhmerwald, um den sich das textliche Konzept der Scheibe dreht, vor dem geistigen Auge auftauchen. Die Stücke sind großteils im Midtempo gehalten, zwischendurch zieht man aber auch immer wieder einmal das Tempo ein wenig an und sorgt dafür, dass das Album nicht zu gleichförmig klingt, auch wenn jetzt keiner der Songs wirklich hervorsticht, sondern diese eher ein homogenes Ganzes bilden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das aktuelle Album sicher den bisherigen Höhepunkt im Schaffen von ALASTOR darstellt und für Hörer, die den Sturm- und Drangzeiten des Black Metal in Norwegen Anfang bis Mitte der Neunziger nachtrauern, ein Pflichtkauf sein sollte. Der heutigen Zeit entsprechend wird leider auf eine CD-Auflage verzichtet, wer sich statt einem Download trotzdem lieber einen Tonträger in die Sammlung stellen möchte, sollte sich auf die Jagd nach einem Exemplar der auf 100 Stück limitierten Vinylversion begeben.

www.facebook.com/NobleNorth/


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Plateau Of The Past
2. Of Our Kind
3. Variszic Ruins
4. Silva - The Wild Hunt
5. No Mark By Men Prevailed
6. No Mans Land
7. There Is Nothing Left But To Mourn The Fallen
8. Askese
9. Northern Firestorm
10. Ice And Nature
Gesamtspielzeit: 50:29

Mike
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Beitrag vom 29.11.2019
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