SORCERER - Lamenting Of The Innocent
Label: Metal Blade Records
Mit „Lamenting Of The Innocent“ und einem kleinen Personalwechsel (Bassist Justin Biggs und ihr früherer Schlagzeuger Richard Evensand), meldet sich das schwedische Doom-Quintett SORCERER nach „The Crowning Of The Fire King“ aus dem Jahre 2017, wieder zurück. Und ihr drittes offizielles Album (es grassieren seit 1989 einige inoffizielle und offizielle Demos herum und auch einige Compilations, die aber keine Freigabe der Band haben) entpuppt sich als Konzeptalbum, und handelt von der Inquisition und Hexenverfolgungen, sowohl aus der Perspektive einer einfachen Person als auch der Kirche, sowie das Leiden während jener Zeit der weitläufigen Unterdrückung und Terrorisierung.

`Wir haben uns mehr oder weniger stark auf das Wesen des Menschen konzentriert, etwa die verschiedenen Phasen der Trauer, also Verdrängung, Wut, Abwägen, Depression und Hinnahme. Das fanden wir insofern passend, als die Hexenverfolgung quasi zu einem Massentrauma führte“ - so Sänger Anders Engberg.

So beginnt das Album nach kurzem Intro mit dem nicht nur im Titel hämmernden „The Hammer Of Witches“, bei dem schon beim ersten Mal hören die Wörter „Burn, Witch, Burn“ aufhorchen lassen und auch gleich hängen bleiben. Ein gelungener Start, der mit dem „Hexenhammer“ hier gleich die Sicht der Kirche schildert. Der Titeltrack steigert sich nach anfänglich ruhigeren Tönen, dann im Speziellen durch die Stimme von Anders zur wirklich wehklagenden Doom-Ballade, die Songs von BLACK SABBATH in Zeiten von „Headless Cross“ in nichts nachsteht. Im zweiten Song gibt es auch dann schon die erste von ein paar Änderungen im Sound. Nämlich ein paar Growls, die aber eigentlich nur dezent eingesetzt sind. SORCERER bleiben ihrem Stil auch dem restlichen Album sehr treu, obwohl sie selber sagen, dass sie einige andere Einflüsse in dieses Album eingebaut haben. Mit „Insitoris“ geht es erheblich heavier weiter, aber der ursprünglich doomige Sound stellt sich mit „Where Spirit Dies“ sofort wieder ein. Bei „Devliverence“ holte sich die Band zwei Gastmusiker mit auf dem lodernden Scheiterhaufen. Johan Langquist von CANDLEMASS und den renommierten schwedischen Cellisten Svante Henryson. Die beiden geben dem Song das gewisse Etwas und trotz dem er ganz leise und ruhig daherkommt, beschreibt er die Befreiung im Titel sehr gut.

Mit „Age Of The Damned“ erwartet den Hörer wieder ein waschechter Doom Song, der an Härte und Schwere nichts missen lässt. „Condemned“ ist für mich der stärkste Song auf dem Album. Eingeleitet von Mönchschorälen erzählt er die letzten Stunden einer jungen Frau, die unschuldig als Hexe verurteilt wurde und ihren Qualen beim Anblick des wartenden Scheiterhaufens durch die Gitterstäbe ihres Kerkers. Bevor es zum großen Finale geht, wird dann doch noch in „Dance With The Devil“ mit dem Teufel geliebäugelt. Mit „Path To Perdition“ neigt sich das Album dem Ende zu, nicht aber um noch mal ordentlich aufzudrehen. Bei dem Song, der laut der Band das textlich anspruchsvollste Stück ist und die wütende Trauerphase beschreibt. Hier wird in 8 Minuten die Wut und Trauer der Bewohner beschrieben, die ihren Pfarrer auf die Straße und auf den Scheiterhaufen zerren um ihm denselben Tod auferlegen, den er vorher unzähligen Unschuldigen zukommen lassen hat. Die Instrumente und der Gesang steigern sich bis zum Ende in ein Crescendo und man wird dann von einer Orgel sprichwörtlich zu Grabe getragen. Ein würdiger Abschluss für ein starkes Album, das sehr breitgefächert im Sound ist, aber wie schon oben beschrieben den alten Stil nicht wirklich umkrempelt. Man kann nur hoffen, dass man SORCERER auch bald wieder auf der Bühne erleben darf und kann, denn im Moment ist die ausgedehnte Tour ja leider auf Eis gelegt. Aber das wird sicher bald wieder anders sein und bis dahin, kann man sich die Jungs auf CD reinpfeiffen.

www.sorcererdoom.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Persecution (Intro)
2. The Hammer Of Witches
3. Lamenting Of The Innocent
4. Age Of The Damned
5. Where Spirits Die
6. Deliverance
7. Institoris
8. Condemned
9. Dance With The Devil
10. Path To Perdition
Gesamtspielzeit: 63:39

MadMax
Weitere Beiträge von MadMax

Weitere Beiträge über SORCERER


CD-Bewertung
0 Stimmen [LESERCHARTS]
Deine Bewertung:
  



War diese Kritik hilfreich?
0 Stimmen
Deine Bewertung:
  


Beitrag vom 05.06.2020
Zurück


Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: