SMACKBOUND - 20/20
Label: Frontiers Records
Auch wenn SMACKBOUND eine nagelneue Band ist und ihre Fronterin Netta Laurenne noch ein unbeschriebenes Blatt, so könnte die Truppe dennoch, vor allem in ihrer Heimat Finnland, für Aufsehen sorgen. Das liegt zum einen daran, dass die Dame ein wirklich starkes Organ hat, aber auch daran, dass sie mit Teemu Mäntysaari (WINTERSUN), Rolf Pilve (Ex-DREMATALE, STRATOVARIUS) und den beiden TRACEDAWN Musikern Vili Itäpelto und Tuomas Yli-Jasakra, bekannte und begnadete Musiker um sich geschart hat.

Vielleicht wisst ihr es nicht, aber ihr habt Netta auch schon hier und da mal gehört, hat die studierte Sängerin ja schon für AMORPHIS, LORDI, BLACK SUN oder ELVENKING gearbeitet. Mit rauer, kräftiger und dennoch gefühlvoller Stimme führt die Dame gekonnt durch das abwechslungsreiche Material, das mal rockiger, dann heavier und auch mal bombastisch tönt. Die Truppe bietet die ganze Bandbreite an Heavy/Power und Symphonic Metal, bleibt dabei vorrangig in heavieren Gefilden und bietet in Sachen Riffing und Keyboardmelodien abwechslungsreiche und eingängige Kost. Dabei schaffen es die Musiker auch gut, dass man die eigentlichen Truppen nicht einfließen lässt und so das Debüt „20/20“ schnell seine eigene Note findet. „Wall Of Silence“ startet mit Rock´n´Roll Attitüde und modernen Keys á la DREAMTALE oder DYNAZTY, verbindet diese aber mit lässigen Rhythmen und leicht rockigen Riffs, ehe man auch mal die Sau rauslässt. Ein echter Banger gleich zu Beginn. Düsterer wird es mit dem Stampfer „Drive It Like You Stole It“ während „Run“ mit heavy Riffing gut ins Ohr geht, aber sich auch immer mal wieder zurücknimmt, um der Sängerin und den Keys mehr Raum zu geben. Auch wenn SMACKBOUND versuchen, ihr ganz eigenes Ding zu machen, so kommen Vergleiche mit anderen modernen Symphonic Bands wie WITHIN TEMPTATION oder EVANSCENCE unweigerlich auf, doch Songs wie das pathetisch-hymnische „The Game“ oder das saucoole und sehr dynamische „Those Who Burn“ zeigen, dass die Finnen mit zahlreichen eigenen Ideen kommen und diese Vergleiche absolut nicht nötig haben, zudem man über weite Strecken auch viel aggressiver zu Werke geht. Da kommt ihnen natürlich Nettas vielseitiges und geschultes Talent zugute. Eine Spur zu weit treibt es dann das nicht ganz ernst gemeinte und übercoole „Heavy Motherfuckers“ aber auch das etwas zu poppige „Date With The Devil“ fällt etwas ab, wohingegen das flotte „Troublemaker“ mit abgefahrenen Vocallines und das verspielte und bombastische „Wind And Water“ das Ruder wieder gewaltig rumreißen.

Mit modernem Power/Symphonic Metal mit zahlreichen Ideen und Überraschungen können SMACKBOUND schon mit ihrem Debüt überzeugen. Von der talentierten Sängerin und ihrer kleinen Supergroup sollten wir in Zukunft also noch so einiges hören.

www.smackbound.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Wall Of Silence
2. Drive It Like You Stole It
3. Close To Sober
4. Run
5. The Game
6. Those Who Burn
7. Hey Motherfuckers
8. Troublemaker
9. Date With The Devil
10. Wind And Water
Gesamtspielzeit:

maxomer
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Beitrag vom 23.06.2020
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