BURY TOMORROW - Cannibal
Label: Sony Music
Mit „Earthbound“ lieferten BURRY TOMORROW vor gut vier Jahren ein wirklich starkes Stück modernen Metalcore mit kreativen Ideen und einem Mix aus brachialer Durchschlagskraft und hymnischer Eingängigkeit, ohne eines der Elemente zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Mit „Black Flame“ konnte man sich dann zwei Jahre später komplett etablieren. Jetzt steht mit „Cannibal“ dem zweiten Werk nach dem Wechsel zu Sony und einer Corona-Verschiebung passend zur nicht-vorhandenen Festival-Saison, das nächste Werk der Amis an.

BURY TOMORROW betitelten den Vorgänger selbst ihr bestes Album und als bandeigenen Meilenstein. Das mag vielleicht auch zu einem gewissen Grad stimmen, doch zu diesem Zeitpunkt dachte man wahrscheinlich nicht darüber nach, dass es ja einen Nachfolger geben sollte, der daran zumindest heranreichen muss. Zurück zur Festival-Saison: BT haben ihr Werk nämlich (offensichtlich bewusst) dahin getrimmt, denn kaum ein Album hätte besser aufs Nova Rock oder Rock im Park / am Ring gepasst? Und ja, das soll als Kritik gemeint sein. „Cannibal“ ist aalglatt gebügelt, bedient sich bei fast jedem Song derselben ausgelutschten Elemente und klingt einfach komplett konstruiert. Die Shouts wirken gezwungen, die cleanen und hymnischen Parts vorhersehbar und ausgelutscht wie lange nicht und irgendwie klingt sowieso alles gleich. Dazu kommen die immer wieder gleich wirkenden Fingertabbing-Riffs, Stakkato- und Breakdown Orgien sowie stets gleiche Songstrukturen. Lichtblicke sind natürlich das handwerkliche Geschick der Musiker, sowie die Duette zwischen Jason Cameron und Daniel Winter-Bates, die trotz der gezwungenen Herangehensweise gut harmonieren und eine beachtliche Stimmbandbreite bieten.

Nicht falsch verstehen, schlecht ist hier eigentlich nichts, wenn man aber bedenkt, was BURY TOMORRW bereits hervorgebracht haben, klingt „Cannibal“ einfach wenig kreativ und leider etwas wie ein verzweifelter Versuch weiter in den Mainstream abzudriften, was eventuell dem neuen Label geschuldet sein mag. Schade, aber live werden die Jungs nach wie vor abliefern und vielleicht bekommt man ja mit dem nächsten Werk wieder die Kurve und Fans sollten auf jeden Fall trotzdem mal reinhören. Anhänger wird das Werk auf jeden Fall genügend finden.

www.bury-tomorrow.com


4.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Choke
2. Cannibal
3. The Grey (VIXI)
4. Imposter
5. Better Below
6. The Agonist
7. Quake
8. Gods & Machines
9. Voice & Truth
10. Cold Sleep
11. Dark Infinite
Gesamtspielzeit: 42:06

maxomer
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Beitrag vom 02.07.2020
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