EMMURE - Hindsight
Label: Sharptone Records
Fans von EMMURE müssen ab sofort umdenken, oder sich einfach eine andere Truppe suchen, die brettharten Metalcore spielt, denn das ist vorbei – zumindest auf „Hindsight“, dem achten Werk der Amis. Frank Palmeri hat wohl genug vom Brüllen und heftigen Hard-/Metalcore und liefert mit seiner ständig wechselnden Besetzung nun eine Art des modernen New Metals.

Rap-Gesang, düstere Synthies, groovende Riffs und scheppernder Bass, die nicht selten an Truppen wie LIMP BIZKIT oder natürlich KORN erinnern, dominieren hier. Und so macht Frankie auch gerne mal einen sehr angepissten Jonathan Davis nach, während die abgehakten Gitarren, die man auch bei BODYCOUNT schon gehört hat, ihr Tagwerk verrichten. Das klingt an sich auch gar nicht schlecht, hat aber mit EMMURE eigentlich so gar nichts zu tun und kommt auch nur selten an die genannten Truppen ran. Auch die, in den 90ern schon immer wieder verwendeten Effekte und Gimmicks, wie ein Radio-Sprecher, Samples und verschiedene andere, heute wirklich schon überflüssige, Einschübe sowie Electro-Parts in Richtung SKRILLEX, werden hier verwendet. Somit verstärkt sich das Gefühl, dass Palmeri hier wirklich den genannten Inspirationsquellen Tribut zollen will. Aber wäre da eine EP mit zwei-drei eigenen Songs und einigen Cover-Stücken nicht sinnvoller gewesen?

Aber bei all der Kritik, muss man halt sagen, dass EMMURE das auch wirklich nicht schlecht machen und in der Kombination mit den Hardcore-Wurzeln, die hier und da doch noch durchblitzen und natürlich der fetten Produktion von Drew Fulk (WE CAME AS ROMANS, MOTIONLESS IN WHITE), macht das auch irgendwie Spaß. Aber warum nicht wirklich EMMURE mit KORN auf musikalischer Ebene fusionieren und einen ganz neuen Stil damit kreieren, zumal es der Platte auch etwas an Abwechslung mangelt, anstatt den 90er Helden hier blind nach zu eifern? Das weiß nur Palmeri selbst. Fans von EMMMURE sollen erst mal vorsichtig Probehören, wer jedoch von genannten Vorbildern nicht genug bekommen kann und ein paar andere Kniffe im New Metal hören möchte, der kann es mit „Hindsight“ ja mal versuchen. Man kann aber auch gespannt sein, ob das jetzt ein einmaliger Ausflug war, oder ob Frankie nun in der Schiene bleibt. Die Zukunft wird es zeigen.

www.facebook.com/emmure


4.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Finally Understanding Nothing
2. Trash Folder
3. Pig´s Ear
4. I´ve Scene God
5. Persona Non Grata
6. Thunder Mouth
7. Pan
8. 203
9. Informal Butterflies
10. Cheetah Man
11. Bastard Ritual
12. Uncontrollable Descent
Gesamtspielzeit: 32:11

maxomer
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Beitrag vom 27.07.2020
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