ORBIT CULTURE - Nija
Label: Seek & Strike
Dass die Jungs von ORBIT CULTURE aus Schweden kommen, hört man sogleich, aber auch, dass amerikanische Truppen Einfluss auf die Jungs hatten und auch, dass man hier reichlich Erfahrung und Talent mitbringt, obwohl man erst seit gut sieben Jahren zusammen unterwegs ist und mit „Nija“ erst das dritte Werk am Start hat.

Ja, die Jungs klingen wirklich, als wären sie schon alte Hasen und vermischen so gekonnt und raffiniert schwedischen Melodic Death Metal mit modernem Metal aus Amerika. Wie also ein verrückter Mix aus modernen IN FLAMES, SOILWORK und METALLICA sowie LINKIN PARK klingt, zeigt euch ab sofort „Nija“. Und das passiert alles auf technisch hohem Niveau und mit enormer Präzision, was dann wiederrum auch in Richtung TRIVIUM oder GOJIRA denken lässt. Dennoch gibt es genug Spielereien, Melodien und Ideen, die das Ganze auflockern. Ebenso abwechslungsreich wie dieser musikalische Mix ist auch die Stimme von Niklas Karlsson, der von tiefen Death Metal Grunts, die hier und da an den AVATAR-Fronter erinnern über halb geshoutete Vocals bis hin zu gelungenen cleanen Parts reichen und sich stets dem Stil anpassen. So schwenken auch die Riffs von heftig über groovend bis hin zu verspielt und manchmal sogar etwas verträumt, wenn man dann doch mal die Härte und das Tempo rausnimmt. Insgesamt passiert aber in der Gitarrenfraktion richtig viel. Aber auch die Rhythmiker stehen dem Ganzen in nichts nach.

Mit „At The Front“ verbindet man die genannten Elemente schon gut, insgesamt geht man trotz des modernen Sounds da noch recht staright zu Werke, wohingegen „North Star Of Nij“ zumindest im Refrain schon recht hymnisch wird. „Behold“ nimmt dann immer wieder mal das Tempo raus und erinnert im Gesang schon immer mehr an METALLICA, was man in „Open Eye“ dann noch weiter treibt hier klingt es als hätten James Hetfield und LAMB OF GOD Fronter Randy Blythe gemeinsam eine Band gegründet. Ein heftiges Brett! Und wenn man glaubt, man habe bereits alles von den Schweden gehört, dann bringen die Herren gegen Ende mit „Rebirth“ noch bombastische Elemente mit ein und erinnern an die melodischere Phase von KORN, während das abschließende und hochmoderne sowie extrem intensive „The Shadowing“ nochmal in Sachen Melodien alles gibt wo wir dann schon fast bei DEVIN TOWNSEND angekommen sind.

ORBIT CULTURE überraschen mit einem gekonnten Mix aus US-amerikanischer Technik und skandinavischer Verspieltheit. Hier und da gehen die Nordmänner vielleicht etwas zu perfektionistisch und somit auch leicht steril zu Werke, was aber Meckern auf hohem Niveau ist, den „Nija“ ist ein verdammt durchdachtes und doch irgendwie verspieltes Album, das die beiden Welten wunderbar verbindet.

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6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. At The Front
2. North Star Of Nija
3. Day Of The Cloud
4. Behold
5. Open Eye
6. Mirroslave
7. Nensha
8. Rebirth
9. The Shadowing
10. Set Us Free
Gesamtspielzeit: 46:30

maxomer
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Beitrag vom 14.08.2020
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