BLUES PILLS - Holy Moly!
Label: Nuclear Blast (rough Trade)
Das dritte Album der BLUES PILLS sollte ja schon am 19. Juni erscheinen. Ob es an der Pandemie oder an bandinternen Entscheidungen lag, weiß ich nicht und ganz ehrlich, wen interessierts? Da ist es doch schon interessanter wie das erste Album ohne Gitarrenkünstler Dorian Sorriaux ausgefallen ist.
Und ich kann schon gleich vorweg nehmen, dieses Album wird viele BLUES PILLS-Anhänger irritieren oder vielleicht auch verärgern. Denn es hat zwei große Mankos.

Erstes ist das schon oben erwähnte Ausscheiden von Sorriaux. Seinen Platz an den sechs Saiten wurde vom ehemaligen Bassisten Zack Anderson eingenommen. Dessen Platz hat jetzt seit vorigem Jahr Kristoffer Schander inne. Und mal ganz ehrlich: Wer hat schon Mal gehört, dass ein guter Bassist auch einen guten Gitarristen abgibt? Ich eher nicht und da liegt auch der Hund in der versalzenen Suppe vergraben. Das Gitarrenspiel Andersons mag zwar riffiger und härter ausfallen, aber genau wegen den ruhigen verspielten Tönen von Dorian im Zusammenspiel mit Elins Stimme hat man doch BLUES PILLS so schnell ins Herz geschlossen.

Und da wären wir auch schon beim Zweiten, noch größeren Manko von „Holy Moly!“. Die Stimme von Elin Larson. War ich schon froh, dass man bei „Lady In Gold“ nicht den gleichen Fehler wie bei Erstlingswerk begangen hat, so wurde Larsson scheinbar dieses Mal eingeredet sie muss wie JANIS JOPLIN klingen. Wir erinnern uns: Bevor das Debüt erschien, brachte man zwei Mini-EPs heraus bei denen fast jeder vom Stand weg durchdrehte. Egal ob es sich um „Devil Man“ oder um die Live-EP handelte. Umso größer war die Enttäuschung, dass nicht nur Texte, Intros sondern auch die Stimme von Elin komplett zu Tode produziert wurde. Aus der kraftvollen bluesigen Stimme wurde ein radiotaugliches Lana Del Rey Gehauche, das wirklich nicht tragbar war. Zum Glück war dies auf „Lady in Gold„ nicht der Fall, aber der Produzent oder das Management hat sich wohl gedacht, beim dritten Output schieben wir sie in Richtung JOPLIN . Die ist schon länger Tod und es gibt ja noch genug Fans die immer noch auf sie abfahren, wie der Hund auf den Knochen. Also probieren wir doch ob wir nicht so was Ähnliches hinbringen. Gesagt getan und da haben wir den Salat. Ich muss jetzt zugeben, dass ich mit dem hysterischen Gekreische der Rockbitch JOPLIN noch nie wirklich etwas anfangen konnte und das gilt auch für die nachgemachte, mir hier vorliegende Version. Larsson kreischt sich durch die 41 Minuten, dass es einem das Hemd beim Allerwertesten reinzieht. „Bye Bye Birdie“ ist ein sehr gutes Beispiel, wo es komplett an den alten BLUES PILLS vorbeischrammt. Auch bei ruhigen Songs, die den Blues scheinbar innehaben wie zB. „Wish I’d Known“, dauert es nicht lange und es endet im stimmlichen Fiasko.

Dem einen mag es gefallen, mir nicht. Ich könnte mich ja noch bei einigen Nummern mit dem Gesang anfreunden, wenn man wenigstens instrumental überzeugen würde. Aber da sollten sie die Band schleunigst Sorriaux zurückholen, koste es was es wolle. Für mich ist auf dieser Langrille kein Song drauf, den ich irgendwann oder unbedingt mal wieder hören möchte.
Angeblich heißt es ja in der Branche, dass das dritte Werk den Weg der zukünftigen Karriere weist – wenn das wirklich der Fall sein sollte, kann ich nur prophezeien: Na dann gute Nacht BLUES PILLS!

www.facebook.com/BluesPills


3.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Proud Woan
2. Low Road
3. Dreaming My Life Away
4. Californica
5. Rhythm In The Blood
6. Dust
7. Kiss My Past Goodbye
8. Wish I’d Known
9. Bye Bye Birdie
10. Song From A Mourning Dove
11. Longest Lasting Friend
Gesamtspielzeit: 41:30

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Beitrag vom 20.08.2020
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