ORPLID - Deus Vult
Label: Prophecy
Schon seit mehr als zwei Jahrzehnten sind die beiden Musiker Frank Machau und Uwe Nolte unter dem Namen ORPLID in Sachen Neofolk aktiv, und es wurden eifrig Alben veröffentlicht. Dieser Tage erscheint die neue Platte mit dem Titel „Deus Vult“.

Man beginnt mit einer opernhaften „Ouvertüre“ mitsamt hohem weiblichen Backgroundgesang, aber bei „Abend Loht Über Dem Tale“ übernimmt der Synthesizer weitestgehend das musikalische Geschehen, und dazu gibt es ruhigen, ausdrucksstarken, eher tiefen Gesang. Wenn ein Titel „…“ heißt, kann das alles sein – in diesem Fall ist es erst einmal ein altertümlicher Nachrichtentext in epischer Umrahmung. „…“ kommt noch drei Mal vor. Einmal als schönes Gitarrenstück mit Posaune, dann als episches, orchestrales Stück, und zuletzt mit etwas experimentellen Tönen und hymnischem Gesang. Eine Herausforderung für die Ohren ist stellenweise „Jan Palach“, wenn nur Gekreische ertönt, und dazu ein bisschen Synth-Sound. Allerdings wechselt man mittendrin auf die symphonische Ebene samt Gesang, und wird somit doch wieder sehr eingängig. Eine äußerst deprimierende Anti-Kriegs-Ballade ist „Madonna Von Stalingrad“, in der große Verzweiflung transportiert wird. Es gibt auf dieser Platte einige Lieder rund um das Thema „Krieg“, die auf unterschiedliche Weise dabei entstehende Gefühle in Musik umsetzen. Bei „Dunkle Stunde“ übernimmt eine Dame den Gesang, und die DDR-Rockikone Katrin Lindner verleiht diesem Song einen soften Touch. Darauf folgen weitere Balladen mit deprimierenden Inhalten, die mit zurückhaltender Musik auskommen und in erster Linie vom Gesang leben. Den Abschluss findet die Platte mit dem NEIL YOUNG-Cover „Cortez“, das mit kratzigen Synth-Tönen, wenigen sphärischen Klängen, und eher höherem Gesang ungewöhnlich umgesetzt wird.

Grundvoraussetzung um an diesem Album Freude zu haben ist, dass man sich mit Synthesizer-Klängen arrangieren kann, bzw. diese mag, denn in den meisten Songs wird diesem Instrument sehr viel Platz eingeräumt. Dies geschieht meist auf gefällige Weise, manchmal lässt man sich jedoch auch zu experimentellen Tönen hinreißen. Der Gesang ist sehr einnehmend und meist auch tief, wodurch die Songs wohl jedes Gothic-Herz höher schlagen lassen. Von den Lyrics her werden in erster Linie bedrückende Themen dargebracht, von denen sich viele um das Thema „Krieg“ ranken. Keine leichte Kost also, aber wer einfach gerne Trauriges hört, um damit sein Seelenleben zu beeinflussen, der sollte bei „Deus Vult“ ein Ohr riskieren.

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5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Ouvertüre
2. Abend Loht Über Dem Tale
3. ...
4. Jan Palach
5. Madonna Von Stalingrad
6. Dunkle Stunde
7. Ich Sah Dich Flöte Spielen
8. ...
9. Tamara Bunke
10. Ich Bin
11. Purpurne Stimmen
12. ...
13. Bald Kommt Der Krieg In Dein Haus
14. Sommer Ging Verirrt, Geheim
15. ...
16. Deutschland 2016
17. Das Abendland
18. Cortez
Gesamtspielzeit: 72:00

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Beitrag vom 22.09.2020
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