AMARANTHE - Manifest
Label: Nuclear Blast
AMARANTHE sind unermüdlich und erweitern ihre Fanbase am laufenden Band. Goldkehle Elize Ryd und ihre Modern Metal Truppe sind stets fleißig rund um den Globus unterwegs und liefern regelmäßig, im Maximalabstand von zwei Jahren neue Alben. So gibt es von der 2008 gegründeten Truppe aus Schweden mit „Manifest“ das nun schon achte Werk. So richtig warm wurde ich mit der poppigen Art der Truppe zwar nie, doch so manch Hitkandidat und die energischen Live-Shows machten schon immer irgendwie Bock. Seitdem nun auch Nils Molin im Sänger-Dreier-Gespann vertreten ist, bin ich sowieso noch um eine Ecke neugieriger, da mir sein Schaffen mit DYNAZTY schon länger Freude bereitet.

Grundsätzlich hat man seinen Sound für „Manifest“ nicht wirklich verändert. Immer noch gibt es einen abwechslungsreichen Mix aus metallischen Riffs, zahlreichen Synthies und Keyboardteppichen und eingängigen bis poppigen Parts, gepaart mit den drei sehr unterschiedlichen Stimmen von Elize, Nils und Shouter Henrik Englund Wilhelmsson. So startet „Fearless“ mit dichten Synthie-Teppichen, aber auch überraschend heavy Riffs, ehe sich die drei Fronter in fairem Maß bis zum Refrain abwechseln. Dieser zündet auch sogleich und erinnert, nicht überraschend, ziemlich an die von DYNAZTY. Ein perfekter Opener, der knackig, heavy und doch verdammt eingängig daher kommt. Auch „Make It Better“ ist heftig, stampft zunächst gut, kann aber nicht ganz die Akzente des Openers setzen. „Scream My Name“ ist von Breakdowns durchzogen und tönt recht Metalcore-ig, vor allem wenn die Shouts ertönen, doch Elize setzt hier mit fantastischer Gesangsleistung einen großen Kontrast.

AMARANTHE zeigen sich insgesamt weniger kitschig, knackiger und fokussierter als zuletzt. Die Mischung aus Heavyness und Eingängigkeit stimmt absolut und die Stimmverteilung ist auch absolut gelungen, wobei ich sagen muss, dass die Screams nach wie vor etwas gezwungen wirken und meiner Meinung nach auch seltener eingesetzt werden könnten, was aber vermutlich nicht passieren wird, da Henrik sich ja live sonst etwas langweilen würde. Überraschenderweise bekommt Elize bei „Strong“ noch finnische und lautstarke Unterstützung von Nora Louhumi (BATTLE BEAST), die hier ein wunderbares Power-Balladen Duett abliefern. Auch „Adrenaline“ geht gut nach vorne, wohingegen „Viral“ und „The Game“ mehr auf Electro und Pop setzen, aber auch gut funktionieren. Mit „Crystalline“ gibt es noch eine intensive Ballade bei der Nils nochmal alles gibt, „Archangel“ versucht es mit Industrial-Beats und mit „Do Or Die“ gibt es am Ende nochmal einen Mitsing-Hit. Einzig „Boom!“, das vom Titel her schon erkennen lässt, dass man hier nicht alles so ernst meint, nervt mit Electro-Beats und aufgesetzter Hardcore-Attitüde und gezwungen-gepressten Screams aus der Reihe fällt. Ein Ausrutscher, den ich eigentlich so nicht erwartet hätte, aber zumindest mit lyrischer Tiefe überzeugt.

Aber auch das kann den Eindruck von „Manifest“ nicht schmälern. Die Truppe liefert ein frisches und abwechslungsreiches Werk, das viel seltener an der Kitschgrenze wandert und ein paar echte Hitkandidaten mitbringt. Wer mit der Truppe und poppigem Synthie-Modern Metal nix anfangen kann, der wird auch jetzt nicht bekehrt werden, wer sich aber als Fan des Genres sieht sollte spätestens jetzt AMARANTHE eine Chance geben.

www.amaranthe.se


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Fearless
2. Make It Better
3. Scream My Name
4. Viral
5. Adrenaline
6. Strong
7. The Game
8. Crystalline
9. Archangel!1
10. Wake Up And Die
11. Do Or Die
Gesamtspielzeit: 53:25

maxomer
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Beitrag vom 23.10.2020
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