ECLIPTICA - 15 In A Row
Label: Mars Music
Auch wenn ECLIPTICA eigentlich schon 2004 gegründet wurde und es aus dem Jahr bereits ein Demo-Album gibt, feiern die Wiener Power-Rocker mit ihrem fünften regulären Album „15 In A Row“ heuer eineinhalb Dekaden und lassen die Fans mit diesem Werk auch wunderbar daran teilhaben. Begründet werden die 15 Jahre darin, dass das zuvor veröffentlichte Werk eigentlich eien Art Solo-Album des Gründers Markus Winkler war und man erst im Folgejahr zur richtigen Band mutierte.

Mit dem Titeltrack gibt es nämlich einen Instant-Hit. Der Opener hat so eine unglaublich unbändige Energie, dass live hier sicher keiner ruhig stehen kann und auch sofort mitträllern muss. Mit groovendem Riff geht es gut nach vorne, Frontmann Tom Tieber legt sich stimmlich ins Zeug, muss sich aber dann doch gegen Frontfrau und Rockröhre Sandra Urbanek kurzfristig geschlagen geben. Das Duett funktioniert wunderbar, lädt zum Mitsingen ein und lässt die Band mit einem textlichen Zwischenfazit einfach nochmal hochleben. Dazu gesellen sich coole Gitarrenspielereien und saucoole Melodien.

Eigentlich habe ich die Truppe 2008 entdeckt und dank „Impetus“ sofort liebgewonnen. Dieser Mix aus Power Metal und Rock war ziemlich einzigartig und gespickt mit Hits und Hymnen. Die Nachfolger „Journey Saturnine“ und „Ecliptified“ ließen die Konkurrenz in eigenen Landen weiterhin alt aussehen, warfen aber einige Elemente über Bord und verloren etwas an Alleinstellungsmerkmal, da man sich vorrangig an Rock- und Glam-Klischees klammerte. Diesen „Fehler“ macht das fünfte Werk der Damen und Herren zum Glück aber nur bedingt. ECLIPTICA klingen wieder frischer und energischer als zuvor, schaffen aber nicht ganz an ihr Quasi-Durchbruchswerk anzuschließen, da man auch dieses Mal wieder hier und da in Rock-Geohnheiten abdriftet und recht bekannte Genrekost liefert.

Das machen ECLIPTICA aber doch dann ganz gut mit ihren beiden Sängern und der Spielfreude wieder wett. „Children Of The Universe“ driftet mit seinen Keys in die 80s ab, verzichtet aber zum Glück auf Synthie-Rhythmus-Spielereien á la BATTLE BEAST. Mit „Masterpiece Of Love“ versucht man sich einmal mehr recht gekonnt an einer Power(Metal)-Ballade mit treibenden Riffs und eingängigem Refrain, „Speed King“ ist ein heavy Rocker mit etwas einfachem, aber effektivem Refrain und auch das dynamische „The Enemy“ geht verdammt gut ins Ohr. So ackern sich die Wiener abwechslungs- und ideenreich durch die letzten vier Jahrzehnte des Hard Rock und Power Metal, zitieren gerne Idole, lassen dabei aber stets ihren ganz eigenen Charme spielen. Auch wenn das an WHITESNAKE angelehnte „Long And Wide Road“ und die etwas zähe Ballade „Fallin´“ nicht ganz an die genannten Hitkandidaten anschließen können, macht „15 In A Row“ eigentlich nichts falsch und taugt zum Workout, beim Cruisen im Auto oder auch als Party-Platte. Letzteres Unterstreicht auch der Bonus Track „Mighty Wings“, einem Cover von CHEAP TRICK, das man damals auf dem Top Gun Soundtrack finden konnte und sich perfekt ins Gesamtbild des Albums einfügt.

Somit gibt es nach 15 Jahren ECLIPTICA von der Truppe wieder gewohnt starke Kost, viel Abwechslung und eine Geschichtstour durch die Dekaden des Rock mit ganz eigenem Charme und einigen Hits und Hymnen. Wie es aussieht haben die Wiener nun ihren Sound nun endgültig gefunden und tönen trotz unüberhörbaren Einflüssen eigenständig wie lange nicht. Gut so!

www.ecliptica.at


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. 15 In A Row
2. Children Of The Universe
3. Masterpiece Of Love
4. Fallin´
5. Speed Kings
6. The Enemy
7. Addict To Life
8. Long And Wide Road
9. Travel Far Away
10. Deep Inside
11. Mighty Wings (CHEAP TRICK)
Gesamtspielzeit: 42:52

maxomer
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Beitrag vom 05.11.2020
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