OCEANS OF SLUMBER - Oceans Of Slumber
Label: Century Media
Wenn eine Band ein selbstbetiteltes Album veröffentlicht, bedeutet das entweder eine Art Neuanfang, oder wie im Falle der Doom-Progger OCEANS OF SLUMBER, dass man nun endgültig seinen Sound gefunden hat. Auf dem Viertwerk zeigen sich Cammie Gilbert und ihre Jungs fokussierter und eingespielter denn je, vergessen aber auch ihre Wurzeln nicht.

So ist auch das vierte Werk der Amerikaner ein schwer verdaulicher Brocken, der düster und schwermütig auf den Magen schlägt und auch mit vielen Sounds experimentiert, nur halt eben etwas weniger als zuvor. Die Songs klingen so einfach etwas kompakter und gezielter, was vor allem nach wie vor daran liegt, dass Cammie mit ihrer emotionalen und sehr kraftvollen Stimme alles wunderbar zusammenhält. Heavy drückende Doom Riffs wechseln sich ständig mit gefühlvollen Akustikparts und verträumten Passagen ab. Immer wieder reißen einen aber heftige Death-Doom Attacken aus diesen Träumeren, die nicht selten gepaart mit derben Growls, Blastbeats oder einfach heftigen Schüben daher kommen. Die Übergänge mögen manchmal etwas hart erscheinen, doch das tut der Stimmung gut, denn Wut und Trauer liegen hier verdammt nahe beeinander und man kann den Schmerz in Cammies Stimme förmlich spüren. Das mag auch daran liegen, dass OCEANS OF SLUMBER den Fokus auf das Konzept mehr in den Vordergrund stellen, als je zuvor. So wirkt das vierte Album noch eine Spur epischer, dramatischer und emotionaler zugleich. Es geht um persönliche Erfahrungen, darunter auch Depression, Trauer und Verlust. Da hier fast alle Songs über die fünf Minuten Marke hinaus gehen und viel sogar sieben oder acht Minuten bekommen haben, ist es schwer hier einzelne Tracks hervorzuheben, zumal auch jeder sein ganz eigenes Feeling hat und doch alle einen gewissen Roten Faden teilen. So empfehle ich für geduldige Fans des progressiven Doom sich dieses Werk in ganzer Länge zu gönnen, denn hier gibt es mit jedem Durchlauf etwas Neues zu entdecken, egal ob geniale Riffs, wunderschöne und filigrane Klavier- sowie Saiten-Arbeit oder einfach nur Cammies wundervolle Stimme.

Als Sahnehäubchen gibt es hier auch noch den Mix und das Mastering von niemand geringerem als Dan Swanö (EDGE OF SANITY, NIGHTINGALE), mit dem Mastermind Dobber Beverly schon länger zusammenarbeiten wollte. Dazu kommt noch ein Gastauftritt von ANTIMATTER Sänger Mick Moss sowie ein wunderschönes Artwork von Giannis Nakos, der schon den Vorgänger verschönert, aber auch mit EVERGREY gearbeitet hat.

„Oceans Of Slumber“ ist das reifste und durchdachteste, aber auch fokussierteste Album der Texaner, das Fans der Vorgänger definitiv nicht enttäuschen wird. Dennoch ist das vierte Album von OCEANS OF SLUMBER ein harter Brocken voller Emotionen, der Geduld braucht, aber umso mehr belohnt.

www.oceansofslumber.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Soundtrack To My Last Day
2. Pray For Fire
3. A Return To The Earth Below
4. Imperfect Divinity
5. The Adorned Fathomless Creation
6. To The Sea (A Tolling Of The Bells)
7. The Colors Of Grace
8. I Mourn These Yellowed Leaves
9. September (Momentaria)
10. Total Failure Apparatus
11. The Red Flower
12. Wolf Moon
Gesamtspielzeit: 71:.33

maxomer
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Beitrag vom 16.11.2020
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