KILLER BE KILLED - Reluctant Hero
Label: Nuclear Blast
KILLER BE KILLED sind endlich wieder da! Mehr als vier Jahre hat sich die Supergroup Zeit gelassen, um das Zweitwerk „Reluctant Hero“ einzutüten. Klar, auch wenn MASTODON mittlerweile gut vier Jahre für ein Werk brauchen, THE DILLINGER ESCAPE PLAN sich quasi aufgelöst hat und auch SOULFLY sich gerne für neue Alben Zeit lassen, so kann ich mir alleine schon aus logistischer Sicht gut vorstellen, dass die Herren Sanders, Cavalera, Puciato und Neuzugang Ben Koller (ALL PIGS MUST DIE) sich etwas schwer tun, um sich Zeit für ihr Projekt zu nehmen. Doch das Warten hat sich verdammt nochmal ausgezahlt!

Die Herren setzen genau da an, wo sie 2016 aufgehört haben und bieten einen wilden Bastard aus all den beteiligten Bands. Groovende Riffs, die leicht in Richtung Sludge und Stoner tendieren, treffen auf heftige Death/Thrash Attacken und abgefahrene Songstrukturen. Garniert wird das natürlich wieder durch die drei so konträren Stimmgewalten, die es aber irgendwie fertig bringen, wunderbar zu harmonieren. „Reluctant Hero“ mag etwas schwerer verdaulich sein als sein Vorgänger und braucht etwas um so richtig zu zünden, doch auch schon der Weg dort hin ist verdammt interessant, da hier Riffing, Rhythmen und Vocallines oft so einzigartig und kreativ tönen, dass man jeden Durchlauf genießt. Es wirkt zwar manchmal, als würde Troy Sanders etwas weiter im Mittelpukt stehen, doch die drei Herren haben sich ihren Gesangsanteil schon gut aufgeteilt. Troy sorgt meist für Atmosphäre, Max Cavalera ist der Mann fürs Grobe und brüllt wenn es sein muss, während Greg Puciato irgendwo zwischen hysterisch und abgefahren bis hin zu eingängig schwankt. Die Übergänge sind da oft fließend und es muss sich nicht zwangsweise die musikalische Atmosphäre ändern, auch wenn es oft so wirkt, wenn ein anderer Vocalist das Szepter übernimmt. Einzelne Songs hervorzuheben ist wirklich nicht einfach, da in den Kompositionen, die selten über vier Minuten hinauskommen, so irre viel passiert und trotzdem alles recht kompakt wird. Aber versuchen wir es trotzdem.

Drückend, aber doch auch antreibend startet man mit dem unverschämt dynamischen „Deconstructing Self-Desctruction“, ehe „Dream Gone Bad“ trotz brutalen Beats recht hymnisch ins Ohr geht. „Left Of Center“ mag etwas sperriger ausfallen, gefällt aber durch ausgefallenes Riffing. „Inner Calm From Outer Storms“ geht es dagegen theatralisch bis atmosphärisch an und könnte über weite Strecken auch von einem MASTODON Album stammen, dafür gibt’s beim hyperaktiven „Filthy Vagabond“ die Punk- und Core-Vollbedienung. Melancholische Alternative Metal Vibes gibt es dann beim überlangen und mit enormen Spannungsbogen ausgestatteten „From A Crouded Wound“, dass sich immer weiter steigert und als weiteres Highlight zu sehen ist. Generell wirken KILLER BE KILLED in der zweiten Hälfte etwas experimentierfreudiger und überraschen dann bei „The Great Purge“ mit mehr Melodien, treibend verträumten Riffs und virtuosem Drumming von Koller. Zudem zeigt Koller mit hochpräzisem Geknüppel mit seiner Truppe in „Animus“, dass man durchaus auch in gut einer Minute alles sagen kann, was gesagt werden muss. Es wird danach mit „Dead Limbs“ nochmal richtig verrückt und KBK geben nochmal alles, ehe man mit dem Titeltrack das Album überraschend ruhig, aber nicht weniger eindrucksvoll mit einer intensiven Power-Ballade beendet.

Was soll man noch sagen? Eigentlich ist bei den Namen Sanders, Puciato und Cavalera schon alles klar, aber auch Koller muss nochmal erwähnt, werden denn der Drummer ist auf diesem Werk ein wirkliches Tier und braucht sich hinter den größeren Namen hinter der Band definitiv nicht verstecken. Wer auch nur ansatzweise etwas mit MASTODON, SOULFLY und/oder THE DILLINGER ESCAPE PLAN anfangen kann, braucht dieses Meisterwerk. Punkt.

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6.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Deconstructing Self-Destruction
2. Dream Gone Bad
3. Left Of Center
4. Inner Calm From Outer Storms
5. Filthy Vagabond
6. From A Crowded Wound
7. The Great Purge
8. Comfrot From Nothing
9. Animus
10. Dead Limbs
11. Reluctant Hero
Gesamtspielzeit: 47:30

maxomer
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Beitrag vom 20.11.2020
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