KJELL BRAATEN - Ferd
Label: By Norse | Membran
WARDRUNA bereiteten den Boden für viele Bands, um den Weg zum Nordic Folk zu beschreiten. Im Falle von KJELL BRAATEN ist es so, dass er einige Zeit Teil von WARDRUNA war, und nun seine eigenen musikalischen Ideen in Form des Albums „Ferd“ veröffentlicht.

Rhythmisches Trommeln, Horn-Töne und Geräusche aus urtümlichen Instrumenten stehen am Beginn des Openers „Kyst“, und nach einer Weile kommt eine Art Stammesgesang hinzu, wodurch wohliges Lagerfeuerfeeling entsteht. Darauf folgt mystischer, weiblicher Gesang bis dann plätscherndes Wasser „Vestarveg“ einleitet, und darauf folgen sanfte, verzaubernde Klänge, die einen so richtig schön die Realität vergessen lassen. Hier, und auch beim nachfolgenden „Skogsflukt“ wird völlig auf Gesang verzichtet, was einem die Möglichkeit gibt, jeden Ton ganz intensiv in sich aufzunehmen. Etwas extravagante Töne werden bei „Vette“ auf ungewöhnliche Weise zusammengefügt, sodass sich hier kein so klar strukturiertes, angenehmes Hörerlebnis ergibt, sondern eher das Gegenteil. Damit ist dieser Song eher ein Störfaktor als eine Bereicherung. Zum Glück kehrt man bei „Østavind“ wieder zu den eingängigen Klangwelten zurück, und beim ein bisschen kraftvolleren „Storebjørn“ bekommt man neben rhythmischen Percussions und brummigen Horn-Tönen erneut weibliche Vocals zu hören. Dafür ertönt bei „Ritet“ erstmals männlicher Gesang, der sich nach einer inbrünstigen Beschwörung anhört, die durch Donnergrollen ihr Ende findet. Bei „Huldra“ lässt wieder die Dame ihre hohe Stimme ertönen, und wird dabei von gutturalen Background-Vocals unterstützt. Bei „Blåne“ wird erneut ein bisschen mit experimentelleren Tonfolgen gearbeitet, aber hier tut wenigstens nichts in den Ohren weh, und das eingespielte Wolfsgeheul sorgt für einen urigen Charakter. Beim abschließenden Titeltrack „Ferd“ taucht man noch einmal ganz in die Welt der Wikinger ein, mit brummiger Männerstimme, weiblichem Background und wenigen stampfenden Geräuschen.

Wenn man die Musik von WARDRUNA mag, dann kann man sich bedenkenlos auf KJELL BRAATEN einlassen! Der „Schüler“ hat viel vom „Lehrer“ in seine eigenen Musikwelten übernommen, geht aber trotzdem seinen eigenen Weg. Und dieser Weg ist großteils sehr gut gelungen, und man kann – bis auf einen Titel – alles sehr intensiv genießen. Wer also ein Fan des Genres ist, der kann bei „Ferd“ bedenkenlos zugreifen.

www.facebook.com/kjellbraatenmusic


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Kyst
2. Vestarveg
3. Skogsflukt
4. Vette
5. Østavind
6. Storebjørn
7. Ritet
8. Huldra
9. Blåne
10. Ferd
Gesamtspielzeit: 56:42

Metalmama
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Beitrag vom 09.12.2020
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