AMAHIRU - Amahiru
Label: Edel (earMusic)
Die Eckdaten der neuen Truppe AMAHIRU klingen eigentlich ganz interessant. Frederic Leclereque, der ja DRAGONFORCE für KREATOR verlassen hat, aber auch mit LOUDBLAST, SINSAENUM und MENACE eigentlich genügend Beschäftigungsfelder hätte, startete mit EPICA Keyboarder Coen Janssen, FEAR FACTORY Trommler Mike Heller und der japanischen Gitarristin Saki (MARYS BLOOD) eine neue Truppe. Ob diese Band, die durch den britischen Sänger Archie Wilson komplettiert wird, aufgrund der Pandemie und den Ausfall aller Konzerte von Fred gestartet wurde, kann ich nicht sagen, aber das Ganze wurde daruch vermutlich beschleunigt und so gibt es bereits im Gründungsjahr das selbstbetitelte Debüt.

Auf dem Papier klingt das wie gesagt sensationell und auch die japanischen Einflüsse von Saki sind spürbar, so wirklich vom Hocker reißen will der rockige Melodic- bis Alternative Metal aber nicht wirklich, dazu klingt vieles einfach zu generisch. Das ist außerst schade, denn Archie hat eine angenehme und kraftvolle Stimme, die man aber im Genre schon zu gut kennt und auch sonst können die Tracks, die überaus fett produziert sind und keine Ecken oder Kanten aufweisen, nur bedingt überzeugen. Die rasen einfach an einem vorbei, lassen einen zwar anerkennend nicken, bleiben aber nicht hängen und motivieren jetzt auch nicht großartig zum Mitsingen, zu sehr stellt man hier die Technik in den Vordergrund und vergisst hier und da einfach mal die Sau raus zu lassen. Da helfen auch die auflockernden Keys von Coen und die paar Shouts von Fred nicht wirklich weiter. Ob nun ein Gastauftritt von AMARANTHE Fronterin Elize Ryd, die ja selbst in einer von platt produzierten und oft schmalzigen Alben geplagten Band singt, muss jeder selbst entscheiden. Tragisch aber auf jeden Fall, dass der erst 48-jährige Drum-Veteran Sean Reinert (CYNIC, DEATH) hier seinen letzten Beat abliefert, starb dieser kurz nach den Aufnahmen überraschend.

AMAHIRU haben definitiv Potential und technisch alle Mittel um ein echte Hit-Album abzuliefern, leider kommt das Projekt etwas arg konstruiert und gewollt daher, weshalb einen die Musik weitestgehend kalt lässt und man hier eher einen Alternative Rock Benchmark vorfindet, als wirklich ein Album. Schade, aber vielleicht lässt man sich ja für ein zweites Werk mehr Zeit und versucht nicht auf Biegen und Brechen ein perfektes Album abzuliefern.

www.facebook.com/AmahiruOfficial


4 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Innocent
2. Wttp
3. Hours
4. Way Out
5. Ninja No Tamashii
6. Vanguard
7. Bringing Me Down
8. Lucky Star
9. Waves
10. Samurai
11. Bringing Me Down
12. Zombi
Gesamtspielzeit: 56:30

maxomer
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Beitrag vom 21.12.2020
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