ARRAYAN PATH - The Marble Gates To Apeiron
Label: Pitch Black Records
Ich verfolge das Schaffen der aus Zypern und mittlerweile in die USA ausgewanderten Power Metaller von ARRAYAN PATH bereits seit ihrem Zweitling „Terra Incognita“ und war immer schon recht angetan, für den ganzen großen Wurf hat es aber bis heute nicht ganz gereicht. Zehn Jahre später, sind die Herren auf acht Alben und immer noch beim zypriotischen Label Pitch Black Records, die auch NIVIANE, PARALLEL MINDS, HOLY DRAGONS oder SINSID beherbergen, unter Vertrag. Nach dem etwas schwächelnden „Archegonoi“ wollen die Herren nun aber wieder zeigen, dass man sie in der Szene nicht unterschätzen darf.

Die amerikanische Schlagseite spürt man bei „The Marble Gates To Apeiron“ aber nur am Rande, denn die Herren sind nach wie vor gut im europäischen Sektor verwurzelt, wenn auch KAMELOT oder EVERGREY durchaus als Einflüsse zählen können. Im Vergleich zu den Vorgängern sehen sich ARRAYAN PATH nun härter und flotter unterwegs, weshalb beim dynamischen Titeltrack zwischendurch auch gerne mal GAMMA RAY durchblitzt. Dennoch ist stets dieser pathetische und getragene Unterton nicht zu überhören. Spätestens bei „Metamorphosis“ schwingt auch eine Spur RHAPSODY mit, da man auch den Bombast etwas weiter in den Vordergrund stellt, dieser übernimmt aber nie das Ruder komplett, denn das haben vorrangig die Gitarren im Griff. Als Anspieltipp möchte ich sogleich das verspielte „Virus“ nennen, da dieses mit verschiedenen Stimmungen spielt, mit getragenem Gesang überzeugt und unser aller aktuelle Situation textlich wunderbar aufarbeitet. Hier erinnert Fronter Nicholas Leptos auch stark an Fabio Lione und musikalisch bewegt man sich auch wirklich irgendwo zwischen RHAPSODY und VISION DIVINE. Textlich zeigt man sich auch im weiteren Verlauf überraschend sozialkritisch und weicht, wie es die Band schon öfter getan hat, von typischen Power Metal Fantasy-Themen gekonnt ab, ohne sich musikalisch verbiegen zu müssen.

So zeigen sich ARRAYAN PATH auf ihrem achten Werk stärker, tiefgründiger, fokussierter und reifer denn je. Auch für Abwechslung ist gesorgt, denn mit „The Cardinal Order“ gibt es noch leicht dramatische Tendenzen, wohingegen „To Live Another Day“ als kürzester Song auch am direktesten ausgefallen ist und das finale „Black Sails“ mit düsteren Männerchören nochmal eine ganz andere Atmosphäre aufgreift. Und dennoch wirkt das alles wie aus einem Guss.

„The Marble Gates To Apeiron“ könnte ARRAYAN PATH nun endlich zu ihrer verdienten Aufmerksamkeit führen. Auch wenn die Truppe einige Einflüsse erkennen lässt, hat man doch durch den orientalischen und pathetischen Vibe bereits seit Anbeginn einen ganz eigenen Charme und liefert seit Jahren gutklassige Werke ab. Da Macht das achte Album keine Ausnahme und setzt sich zudem in der Diskografie sogar ganz nach vorne.

www.facebook.com/arrayanpath


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Marble Gates To Apeiron
2. Metamorphosis
3. Virus
4. The Mourning Ghost
5. To Live Another Day
6. The Mask Of Sanity
7. The Cardinal Order
8. A Silent Masquerade
9. Black Sails (The Nemean Ode)
Gesamtspielzeit: 46:0

maxomer
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Beitrag vom 26.12.2020
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