SUPPOSITORY - Punshing Out Reality
Label: Forensick Music
Bei „Punching Out Reality“ handelt es sich zwar um das erste full lenght Album der 4 kranken Holländer, doch wer hier ein noch unausgegorenes Grind Gerumpel vermutet liegt daneben, denn bei dieser Grindattacke wurde zur Abwechslung einmal auf den (genretypisch) rauen Sound verzichtet und so bläst einem das Teil heftiger als ein Orkan um die ohnehin schon 120dB-zerstörten grindroten Löffel. Die Gitarren und das Schlagwerk pressen wirklich schön fett aus den Boxen und die Vocals dürfen sich dank der guten Produktion ebenfalls über saftige Vehemenz erfreuen. Die Grunts kommen echt verdammt gut, dafür sind die hohen Kreischvocals, ohne die Grindcore ja irgendwie nicht Grindcore wäre, etwas gewöhungsbedürftig, klingen sie doch so, wie wenn man einen Reißverschluss schnell auf- und zumachen würde. Aber nach mehrmaligem Hören wissen sie wirklich zu gefallen. Leider ist das beim Riffing und Drumming nicht so – da kann auch der spitzen Sound nichts hinwegtäuschen. Aus der Schlagzeugerei könnte man mit etwas mehr Technik (Breaks, Fills, aufwendigere Rhythmen usw.) viel mehr machen. Geschwindigkeitsmäßig passt es aber: Vom Halftime bis zum Blast wird einem alles ins Hirn gedroschen. Die Gitarrenarbeit erinnert mich ein wenig an die druckvollen bis flotteren Riffs von GRAVE oder die langsamen Parts von INFESTDEAD, jedoch fast ausschließlich jene, bei denen die Gitarren offen gespielt werden - klar eigentlich. Das ist zwar gut und schön so, mit der Zeit mutiert es aber immer mehr zu einem einwenig öde werdenden Geschrammel. Dafür sind die wenigen Parts, bei denen ordentlich gepalm-muted wird mordsmäßig geil – aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
Die Scheibe dauert 29 Minuten und beinhaltet 18 Tracks – Ihr dachtet doch nicht etwa, dass eine Nummer länger als 2 Minuten dauern würde, oder? - Film-Samples (u.a. „The Big Lebowsky“, als er zu beginn des Filmes im Klo tümpelt), aber auch Scratches und weitere Effekte runden die Produktion weiter ab.
Sofern man keine Technik-Exzesse oder literweise kreative Ergüsse als unbedingtes Muss betrachtet, kann man dieses Album als durchaus empfehlenswert bezeichnen und sollte von jedem Grindcore aber auch Brutal Death Fan einmal probegehört werden!

www.forensickmusic.com


5 von 7 Punkten
Martin
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Beitrag vom 01.07.2002
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