SEPULTURA - Under A Grey Pale Sky
Label: Roadrunner Records
SEPULTURA gehören wohl zu DEN Metalbands schlechthin. Zwar haben sie in den Jahren ihren Stil verändert - von Thrash / Death zu einer Mischung aus Thrash, Hardcore und Tribal Metal, was ihnen aber nicht unbedingt geschadet hat; immer das selbe zu machen wäre auch langweilig!
Bei "Under A Pale Grey Sky" handelt es sich um eine Live-Doppel-CD aus dem Jahre 1996, aufgenommen am 16. Dezember in London, wo SEPULTURA ihr letztes Konzert in der "Originalbesetzung" mit Max Cavalera gaben. Wie allgemein bekannt, ging er ja nach der "Roots", konzentrierte sich auf SOULFLY, ans Mikro von SEPULTURA kam Derek Green.
Die insgesamt 28 Songs konzentrieren sich natürlich auf die damals neuere Schaffensphase, so liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der "Roots". Nach einem Intro ("Itsari") gehts auch gleich mit "Roots Bloody Roots" so richtig los, gefolgt von "Spit" und "Territory". Klar, dass nach solchen Songs am Anfang die Stimmung bereits kocht. Neben zehn Songs der "Roots", darunter auch "Attitude", welches Max Cavalera seinem verstorbenen Stiefsohn Dana gewidmet hat, kommen auch Coverversionen wie "Orgasmatron" zum Zug, aber auch "We Gotta Know" von den CRO MAGS, bei dem einige Gäste auf der Bühne rumwerken, nämlich STRIFE, welche auf diesem Konzert die Vorband der Brasilianer waren.
Von der "Chaos A.D." sind "Refuse / Resist", "Territory", "Slave New World", "Biotech Is Godzilla" und "We Who Are Not As Others" vertreten. Persönlich hätte ich gerne "Propaganda" (einer meiner Lieblingssongs von SEPULTURA) draufgehabt... Die Energie von "Refuse / Resist" wird leider gemäßigt, da der Song zwar normal beginnt, aber durch den bandinternen Remix von "Chaos B.C." verschandelt wird, zuerst normal, dann dieser Remix, ehe der Song wieder richtig weitergeht. Dadurch entsteht unweigerlich eine "Energielücke", es passt einfach nicht zusammen.
Vom älteren Songmaterial sind "Troops Of Doom" und "Inner Self" vertreten, dann der erste Song überhaupt, "Necromancer" von der EP "Bestial Devastation".
Zu meinem Unverständnis wurden "Arise" und "Dead Embryonic Cells" zusammengelegt, beziehungsweise "Beneath The Remains" und "Mass Hypnosis" - jeder Song zwei Minuten angespielt. Max kündigt lauthals "Beneath The Remains!!!" an, zwei Minuten Song - Bassdrum zählt - Max kündigt "Mass Hypnosis!!!" an - wieder zwei Minuten davon. Meiner Meinung nach bringt sowas null, der Übergang stört, schadet der Stimmung und wieso zur Hölle spielen sie nicht lieber "Arise" vollständig, als den Song nur anzuspielen und dann den Anfang eines anderen, älteren Tracks dranzuhängen? Lieber ein Song komplett, als zerstückelte Brocken mehrerer Thrashgranaten.
Unterm Strich geht die Songauswahl aber durchaus in Ordnung, zwar kommen die Vocals von Max nicht so wütend und energiegeladen wie auf den Studioalben rüber, der Gesamtsound jedoch kann sich hören lassen, auch die Livestimmung passt. Summa summarum handelt es sich bei "Under A Grey Pale Sky" um Hörproben, was SEPULTURA 1996 live zu bieten hatte, mit dem Schwerpunkt auf deren beiden letzten Outputs, garniert mit einigen älteren Werken. Für Fans sicher ein Genuss, wenngleich es vorher eh schon etliches Livematerial gab, siehe Album "Blood rooted" oder die Special-Edition der "Roots" namens "The Roots Of Sepultura". Livetracks der Brasilianer sind somit keine Seltenheit, trotzdem ein druckvolles, gutes Doppelalbum.

www.sepultribe.com/


6 von 7 Punkten
Leander
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Beitrag vom 22.09.2002
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