SIRENIA - At Sixes and Sevens
Label: Napalm Records
Schon das Cover weist die Richtung: Vom Blatt guckt ein Mädel in statischer Weise den Betrachter an. Darüber steht SIRENIA, darunter „At Sixes and Sevens“. Und irgendwie kommt dem versierten Metalfreak das Cover von TRISTANIAs „World of Glass“ in den Sinn. Kein Wunder, denn hinter dem Projekt SIRENIA steht kein geringerer als Morten Veland, Ex-Frontmann (Shouter und Gitarrist) von TRISTANIA. So klingt auch seine neue alte Musik, sie geht in die absolut gleiche Richtung: Grunz von Morten, Gothic-Metal in seiner gewohnten Weise, Chöre, weibliche Stimme, Sphäre, Violine. Doch im Gegensatz zu seiner ehemaligen Band schafft es Veland, den Melodien einen eingängigeren Schliff zu verpassen. Ihre Melodielinien sind geradliniger und letztendlich melodischer, was vor allem auf dem zweiten Lied "Sister Nightfall" zum Ausdruck kommt.
Des SIRENIA-Frontmanns Stimme ist ja schon aus TRISTANIA-Zeiten bekannt. Bei seinem aktuellen neuen Werk hat er sich Verstärkung von Franzosen geholt. Die weiblichen Parts hat Fabienne Gondamin übernommen. Ihre Stimme reiht sich stellenweise hinter der von Cristina Scabbia, Sängerin bei LACUNA COIL, ein. Leider kommt Fabienne bei der ansonsten guten Produktion ziemlich blechern rüber. Ihre Stimme klarer über den Äther laufen zu lassen, hätte der Scheibe gut getan. Ein Versäumnis von Produzent Terje Refsnes, der solche gothischen Werke ja aus seiner Arbeit unter anderem mit TRISTANIA und SINS OF THY BELOVED kennt.
Die Scheibe beginnt schon gleich mit einem Kracher, „Meridian“. Mortens dunkle Stimme bereitet den Hörer auf den folgenden gemischten Chor vor. Nicht nur dieses Stück hat Qualitäten, durch die bombastischen Chöre Hintergrundmusik von Streifen wie Der Exorzist zu werden. Das gesamte Werk wird begleitet von sphärischen Keyboardklängen in allen Variationen und diversen Elementen wie Glockenschläge. Es ist „At Sixes and Sevens“ anzumerken, dass der Bandchef sich seine Musiker sorgfältig ausgesucht hat. Egal, ob beim Gesang oder an der Violine. Es kommt alles präzise auf den Punkt gebracht rüber. Kompliment. Interessant wird die Frage bleiben, in welche Richtung sich TRISTANIA bewegen wird. Auf alle Fälle sollten beide Bands nicht versuchen, sich jeweils den Rang abzulaufen und letztendlich gleich zu klingen. Denn Stücke wie das letzte Lied der SIRENIA, „In Sumerian Haze“, hätten wunderbar auf der „World of Glass“ von TRISTANIA vertreten sein können. Schöne Balade, auf der nur Sängerin Fabienne das „Sagen“ hat.

www.sirenia.no


6.5 von 7 Punkten
philipp
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Beitrag vom 17.11.2002
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