SHLONG - Rocketstarfucker.com
Label: Sunburn Music
Mittlerweile seit rund einem Jahrzehnt mischt die Band aus dem „heiligen Land“ Tirol im heimischen Musikgeschäft kräftig mit. Nach einer lang gezogenen Schaffenspause was Veröffentlichungen (von zwei Demos abgesehen) angeht, verewigte das Trio im Vorjahr sechzehn neue Tracks auf Band, das Endprodukt hört dem Humor der Band entsprechend auf den spaßigen Namen „Rocketstarfuckers.com“, und sollte meines Erachtens die Jungs auf ihrem Karriereweg ein bedeutendes Stück nach vorne befördern. Eines ist jedenfalls klar: SHLONG sind nicht nur eine Formation mit Sinn für ziemlich schrägen Humor, sondern sie haben ganz eindeutig auch Spaß an ihrer Musik, bringen aber auch die nötige professionelle Einstellung mit.

Das Trio rockt jedenfalls unbekümmert, frisch und kompromisslos drauf los, als gäbe es kein Morgen. Altbekannte Zutaten wie zeitgemäßer Alternative Rock, schwungvoller, aber nie ausufernd roh erklingender Punkrock und eine ordentliche Portion zeitloser Rock`n`Roll werden zu einem Soundgebilde zusammengefügt, das zwar einerseits nicht wirklich als einzigartig und umwerfend innovativ dargestellt werden muss, andererseits ob eingängiger Momente sowie dem geradezu perfekt auf den Hörer transferierten Feeling absolut mitzureißen vermag.

Man spürt förmlich die Spielfreude des Dreiers, und somit geraten SHLONG auch niemals in Verdacht, ihre Stücke lieblos nach gängigen Schemen und ohne jegliche Spontaneität quasi auf dem Reißbrett zu konzipieren. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: Purer, sowohl modern als auch zeitlos erscheinender Rock mit einem Höchstmaß an Leidenschaft vorgetragen, so lautet die Devise bei den Alpenländern. Auf vorliegendem Werk auffallende Schwachstellen zu orten, stellt prinzipiell ein schwieriges Unterfangen dar, da SHLONG grundsätzliche bestrebt waren, auf Lückenfüller gänzlich zu verzichten, sondern eine homogene Ansammlung an Stücken zusammenzustellen, die ob dem Niveau, auf dem sie sich bewegen, internationale Vergleiche nicht zu scheuen brauchen. Phasenweise beschleicht einem das Gefühl, die Stücke der Tiroler Gruppe könnten auch mit Texten in ihrer Muttersprache blendend funktionieren, da meines Erachtens auch durchaus Gemeinsamkeiten mit dem Sound von ANGELIKA EXPRESS und ähnlichen Formationen durchaus gegeben ist.

Hört man „Rocketstarfuckers.com“ quasi in einem Guss, so wird man unschwer zu dem Schluss kommen, dass SHLONG zwar auf Experimente jeglicher Art verzichten, und ihren Stil mehr oder weniger über die gesamte Spielzeit hinweg konsequent durchziehen, wenn man gelegentlichen Tempovariationen und kleineren Soundtüfteleien absieht, und sich folglich auf das Wesentliche konzentrieren, aber trotzdem ist folgendes festzuhalten: Obwohl die Jungs lieber dafür sorgen, lupenreines Rock`n`Roll-Feeling zu kreieren, anstatt sich in zu verschachtelten Songstrukturen zu verheddern, gelang es dennoch eine Platte aufzunehmen, die einem bewegt, aber auch über das immens wichtige Maß an Facettenreichtum verfügt. Ein Umstand, der sehr viel mit Inspiration und einem ehrlichen Zugang zur Musik, das heißt die Liebe zum eigenen Schaffen, und nicht kommerzielle Hintergedanken stehen im Vordergrund, zusammenhängt. Und natürlich auch mit einer gewissen Reife, und einer über die Jahre aufgebauten Klasse.

www.shlong.at


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Kanu
2. Eddie Irvine
3. Interceptor
4. Hipjoint
5. Rocketstarfuckers.com
6. Smooth
7. Fred
8. Headache
9. Speed
10. Book
11. Gage
12. Boner
13. Marry
14. Yasay
15. Ho.mbrokc
16. Blueroom
Gesamtspielzeit: 50:31

Hutti
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Beitrag vom 03.10.2004
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