SODOM - Sodom
Label: Steamhammer
Einigen Reviews zu Folge soll das neue schlicht „Sodom“ betitelte Album der deutschen Thrash Metal-Legende SODOM das beste Album seit „Agent Orange“ (1989) sein. Trifft das zu, dann bedeutet das ein schweres Erbe beziehungsweise eine extrem hohe Messlatte, zumal ausgerechnet dieses Album für viele Fans darunter auch recht bekannte Namen, wie z.B. Peter Tägtgren auf der aktuellen Monster-DVD „Lords Of Depravity“ (Review hier) zu Protokoll gibt, das beste Album der Band ist.

Die Sache beginnt jedenfalls gleich interessant mit einem komplett SODOM-untypischen Akustikgitarren-Intro, welches in den furiosen Opener „Blood On Your Lips“ übergeht. „Buried In The Justice Ground“ kommt gleich rockig hymnisch daher und erinnert mit seiner markanten Akkordfolge an tonnenschwere Klassiker wie ACDCs „For Those About To Rock“ und ein klein wenig an METALLICAs „Call Of Cthuluh“ – in SODOM-gerechter Härte versteht sich. Ein alles erdrückend, schwerer Refrain macht das Lied zu einer Live-Pflichtnummer. „City Of God“ setzt das erfrischend unmoderne Album perfekt fort. Als besonders melodisch sticht noch „Lay Down the Law“ heraus, ohne stets das gewohnte Terrain zu verlassen. Und um zumindest nur ein paar der durchgehend gelungenen Nummer erwähnt zu haben, möchte ich noch „Axis Of Evil“ ansprechen. Der Song dürfte sich auf jeden Fall im Liveset wiederfinden und bei den Fans in einer Liga mit neueren Livekrachern wie „Napalm In The Morning“ landen. Der Vergleich zu AC/DC lässt sich übrigens über das gesamte Songmaterial ziehen und zwar nicht was die Härte betrifft, sondern auf das dermaßen auf den Punkt gebrachte Riffing, das vollkommen schnörkellos in einer ebensolchen Produktion aus den Boxen knallt. Wem das zu einfach ist, der hat in Sachen Rockmusik einiges nicht verstanden.

Ein Furztrockener und klassisch anmutender Sound, der die Klangwelten aktueller, überproduzierter Digitalsound-Monster hinter sich lässt, rundet das ganze noch ab. Wäre dieses Album nach „Agent Orange“ rausgekommen, wären vielleicht einige Fans glücklicher gewesen als über „Better Off Dead“, wenngleich ich letzteres Album keinesfalls schlecht finde. Nachdem wir uns aber nicht im Jahr 1990 befinden, kann in Sachen Thrash nur mehr die ebenso für dieses Jahr anstehende neue SLAYER eins draufsetzen und da bleibt dann trotzdem die Tatsache, dass SODOM auf dem Euro-Thrash-Thron sitzen und dann kann auch die neue SLAYER nichts daran ändern.

Abschließend und zusammenfassend sei vielleicht gesagt, dass mir kaum ein Album der letzen Zeit einfällt, das im positiven Sinne derart roh und rein ist, weswegen die Bezeichnung „Lords Of Depravity“ (Die Herren der Verrohung) nicht nur für die DVD, sondern auch für die CD perfekt gewesen wäre. Aber wenn man es schon ist, warum soll man sich nicht beim Namen nennen? Wo „Sodom“ draufsteht, ist auf jeden Fall nichts anderes drinnen.

www.sodomized.info


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Blood On Your Lips
2. Wanted Dead
3. Burid In The Justice Ground
4. City Of God
5. Bibles And Guns
6. Axis Of Evil
7. Lords Of Depravity
8. No Captures
9. Lay Down The Law
10. Nothing To Regret
11. The Enemy Inside
Gesamtspielzeit: 43:00

Gore
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Beitrag vom 13.06.2006
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