STRAPPING YOUNG LAD - The New Black
Label: Century Media, Emi
STRAPPING YOUNG LAD sind zurück: Spätestens seid dem '97er Werk „City“ legendär dafür, das Repertoire des Metal mit jedem Release um eine Facette unerhörten Wahnsinns zu bereichern – mit aberwitzigen Songwriting-Ideen, einem Humor zwischen Genie und Wahnsinn und immenser Instumentalbeherrschung. „The New Black“ macht da keine Ausnahme, wenn es auch eine Richtung einschlägt, die nicht unbedingt zu erwarten gewesen wäre.

Mit „Decimator“ beginnend, preschen die LADs erstmals zünftig nach vorn, schneidend kalte Industrial-Rhythmik und an MESHUGGAH gemahnende Riff-Verschachtelungen geben den Ton an. Doch alsbald wird die Brachialität gezügelt, dirigiert von ausladenden Clean-Gesangspassagen des Chefdenkers DEVIN TOWNSEND. Das nachfolgende „You suck“ geht dafür kompromisslos in die Vollen. „Antiproduct“ verweilt dann aber fast gänzlich im Midtempobereich und klingt irgendwie nach Pogo in der Gummizelle – spätestens ab dem Moment, in dem sich ein Big-Band-Instrumentarium einzumischen beginnt und den letzten Zweifler davon überzeugt, dass STRAPPING YOUNG LAD immer (wirklich immer!) noch ein bisschen absurder können.

So geht die Geschichte im Wesentlichen weiter: Tech-Thrash Gewaltausbrüche, die die Elite des Brutalo-Deaths in die Schranken weisen könnten, wechseln mit relativ gesittetem Midtempo, Synthie-Experimenten und melodischem, teilweise geradezu opernhaftem Gesang – allerdings stets auf einem Schrägheits-Level, das Prog-Spinner wie TOOL wie eine konservative True-Metal-Kapelle wirken lässt.

Gerade weil TOWNSEND seit einiger Zeit auch unter seinem eigenen Namen ein Projekt unterhält, im dem er seine selbst für STRAPPING YOUNG LAD zu seltsamen (und zu un-metallischen) Ideen verwursten wollte, verwundert die Ausweitung der Experimente auf Kosten der Dampfwalzen-Teile etwas (mit „Plyophony“ ist sogar ein gänzlich ruhiges Stück enthalten). Aber keine Angst, SYL bleiben auch so eine hässlich harte Angelegenheit. Auch wenn sich manches Stück über die unmenschlichen Gehirnwindungen des Herrn Townsend in kaum mehr nachvollziehbare Wunderländer entzieht und der Fan sich manches Mal etwas mehr von den wiederum gnadenlos gelungenen Schmetter-Parts gewünscht hätte – „The New Black“ ist einmal mehr ein Werk ohne Beispiel. Also: Ehre, wem Ehre gebührt.

www.strappingyounglad.com/


6.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Decimator
2. You Suck
3. Antiproduct
4. Monument
5. Wrong Side
6. Hope
7. Far Beyond Metal
8. Fucker
9. Almost Again
10. Plyophony
11. The New Black
Gesamtspielzeit: 42:43

marian
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Beitrag vom 07.08.2006
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