SPINESHANK - Anger Denial Acceptance
Label: Roadrunner Records
Ruhig ist es geworden um SPINESHANK, seit sie 2003 ihr drittes Studioalbum „Self-Destructive Pattern“ veröffentlichten. Ganze neun Jahre später erscheint nun „Anger Denial Acceptance“. SPINESHANK setzen dabei neben der (nach mehrjähriger Trennung und später erfolgter Re-union mit Vocalist Jonny Santos) Originalbesetzung auch wieder auf alte Stärken (und Schwächen). Das Album ist, wie man es von Roadrunner kennt, ausgezeichnet produziert, der Sound kommt genretypisch nett angefettet aus den Lautsprechern und generell klingen SPINESHANK die Spur moderner als noch im letzten Jahrzehnt.
Das Schlagzeugspiel gestaltet sich durchgehend sehr abwechslungsreich, Clear Voices folgen auf Screams und Gesprochenes finden ebenso seinen Weg auf den Rundling, immer wieder erklingen auch Pianopassagen und bandtypische elektronische Spielerein in den einzelnen Songs, die sowohl in Tempo als auch Intensität variieren. Klingt spannend - ist es eigentlich auch, allerdings vermag der Funke nicht zu hundert Prozent überspringen.

Das liegt wohl an der Art und Weise wie die einzelnen Stücke aufgebaut sind. Gerade mit dem thematikbeherrschenden Hintergrund des Verlustes (Liebe, Tod) und dem damit verbundenen emotionalen Potential scheint es, als wollten die Jungs in jedem ihrer Songs sämtliche damit einhergehende Gefühlsregungen komplett verpacken.

Was bei einer großen Lebensmittelkette in Form von Pizzateig inklusive Tomatensugo in einer Verpackungseinheit für selbstbelegen und aufbacken toll funktioniert, wirkt hier fast alles ein klein bisschen überladen wenn sich Hass, Leid und Trauer abwechseln, was sich wohl am besten bei „The Endless Disconnect“ oder „The Reckoning“ widerspiegelt oder auch bei den abschließenden „aus eins mach drei“- Stücken “God Complex (Anger)”, “Motive Method Opportunity (Denial)” und “Exit Wounds (Acceptance)”. Quasi als wäre der ansich frei zu wählende Belag auch gleich mit dabei. Weniger ist halt dann doch oft Mehr.

“Anger Denial Acceptance” und “I Want You To Know” sind dem klassischen SPINESHANK-Fan jedoch ohne Zweifel zu empfehlen und jedem anderen der mal reinhören möchte ebenfalls. Frisch Getrennte, die ihren seelischen Schmerz und Verlust selbst nicht in Worte fassen können und von jemand anderem expressionistisch darstellen lassen wollen dürfen natürlich auch ein oder zwei Ohren riskieren. All jene, denen allerdings Bands wie BULLET FOR MY VALENTINE schon viel zu soft sind, können hier durchaus einen Bogen rum machen.

www.facebook.com/spineshank


4 von 7 Punkten

Tracklist:
1. After The End
2. Nothing Left For Me
3. Anger Denial Acceptance
4. I Want You To Know
5. Murder Suicide
6. The Endless Disconnect
7. I Am Damage
8. Ploratio Morbus
9. Everything Everyone Everywhere Ends
10. The Reckoning
11. God Complex (Anger)
12. Motive Method Opportunity (Denial)
13. Exit Wounds (Acceptance)
Gesamtspielzeit: 44:55

Tomo16v
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Beitrag vom 01.10.2012
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