TURBOBIER - Das Neue Festament
Label: Pogos Empire
Dafür, dass sich Marco Pogo und seine Jungs angeblich nur für Bier, AMS und Floschenpfaund interessieren, legen TURBOBIER gerade eine ziemlich steile Karriere hin. Schon mit ihrem Debüt „Irokensentango“ sorgten sie für Aufsehen und konnten tausende Fans am Nova Rock von sich überzeugen. Nach den „Drangla Hits 77“ (Cover-Compilation) folgt nun mit „Das Neue Festament“ das zweite reguläre Album der Simmeringer.

Und schon bei den ersten Tönen wird klar, bei den Wienern hat sich etwas getan. Anstatt rotzigem Punk mit „Scheiß-drauf“ Attitüde, bekommt man poppig-rockigen Punk serviert, der meist viel zu schmalzig daher kommt und einfach das was man am Debüt liebte, vermissen lässt. Schlecht ist das Gebotene bei Leibe nicht, denn die Jungs wissen wie sie ihre Instrumente bedienen und liefern auf dem zweiten Album nun einen Mix aus DIE ÄRZTE, DIE TOTEN HOSEN und EAV mit Stromgitarren. Marco singt durchwegs clean und lässt den rotzfrechen Anarchisten nur noch ganz selten raus, um besser ins Ohr zu gehen. Dass man den Humor nicht verloren hat, beweisen schon Titel wie „Verliebt In An Kiwara“, „Die Heilige Bierbel“, „Feuerwehrfestl“ oder „Fettsein Ist Ein Menschenrecht“, mit denen man wieder alle nötigen Arbeitslosen/Punk Klischees abdeckt. So richtig bricht der Punk auf musikalischer Ebene nur beim flotten „Punkfahrrad“, das aber auch mit eingängigen Melodien durchzogen ist, durch. Dagegen stehen Überraschungen wie die Ballade „Mitzi“, die überraschend ernst erscheint, sowie das Akustik-Stück „An Erster Stelle“, welches das Album zahm und ruhig abschließt.

Es ist sicher kein Zufall, dass TURBOBIER mit diesem Album auf Platz #1 der heimischen Charts einstiegen, denn „Das Neue Festament“ ist ein mehr als solides Fun-Punk-Rock Album, doch wer den Vorgänger aufgrund seiner rotzigen Attitüde lieb gewonnen hat, den kann das neue Werk ob der poppigen Ausrichtung schon abschrecken. Die kommenden Live-Termine sollte man sich dennoch rot anstreichen, denn die Jungs wissen wie man die Säle rockt, und daran hat sich sicher nichts geändert.

www.turbobier.at


4 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Verliebt In An Kiwara
2. Feuerwehrfestl
3. A Mensch Is A Mensch
4. Feiertag
5. Die Heilige Bierbel
6. Insel Muss Insel Bleiben
7. Fettsein Ist Ein Menschenrecht
8. Der Albtraum Jeder Schwiegermutter
9. Frei Sei
10. Mitzi
11. Punkfahrrad
Gesamtspielzeit: An Erster Stelle 39:20

maxomer
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Beitrag vom 24.02.2017
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