STEEL PANTHER - Lower The Bar
Label: Rough Trade
Es gibt CD Covers auf die wirft man einen Blick und sie brennen sich sofort in das Gedächtnis ein und bleiben dort weil sie entweder gut gemacht, ausgefallen, eindrucksvoll oder bizarr sind. Und an manchen Covers kann man auch gleich die Künstler erkennen, so zum Beispiel das neueste Werk aus dem Hause STEEL PANTHER „ Lower The Bar“, dass das fünfte Studioalbum der Jungs darstellt. Da steht ein kleinwüchsiger Mann hinter der Bar und versucht überdiese drüber zu sehen, während sich daneben zwei heiße Mädels räkeln. Wer den Humor der im Jahr 2000 gegründeten US-Amerikaner kennt, der weiß, dass er nicht jugendfrei ist und so lesen sich auch die Tracks wie Porno Titel auf einschlägigen Seiten.

Dieser Mix, die Glam Rock Attitüden aus den 80ern auf die Schippe zu nehmen und vollkommen zu überzeichnen, gemischt mit den anzüglichen und meist ins tiefe Niveau sinkenden Texten und Posen funktionieren live hervorragend, wenn man dafür offen ist. Sänger Michael Starr ist ein starker Frontmann, der das Spiel mit der Meute hervorragend beherrscht, genauso wie seine Kollegen, doch auf Scheibe funktioniert das Ganze nur bedingt.

Der Opener „Goin’ In The Backdoor“ zeigt sofort wo der Weg hin geht. Spätestens nach dem zweiten Durchlauf weiß wohl jeder worüber Michael singt. Muss man beim ersten Hören noch über Anal-Witzchen schmunzeln, treten nach Nummern aller „Pussy Ain’t Free“ oder der, wir nennen es Mal Ballade, „That’s When You Came In“ schon Ermüdungserscheinungen auf. Ist schon klar, STEEL PANTHER sind eine lustige Truppe, die man nicht für voll nehmen soll, doch das eine oder andere ernstere Thema würde der Band wohl nicht schlecht stehen und für etwas Abwechslung sorgen. Die Tracks dauern alle in etwa an die drei Minuten, klingen typisch nach den goldenen 80ern und sind musikalisch alle ganz gut gemacht. Auch Sänger Michael Star singt gekonnt, während Satchel ordentlich die Gitarre bearbeitet, doch klingt hier zu viel nach Kopien der Helden von damals a la BON JOVI, SCORPIONS oder DOKKEN. Ganz nett, jedoch schnell wieder vergessen.
Zu viele Songs sind einfach belanglos und können ohne die bildliche Untermalung nicht überzeugen. Man nehme nur „Poontang Boomerang“ und das veröffentlichte Video dazu und nun funktioniert die Nummer, wenn man dem Klamauk und Posen der Jungs zusehen kann.

Doch es gibt nicht nur Grund zu raunzen, ein paar Lichtblicke sind zu finden. „I Got What You Want“ hat einige nette Riffs im Gepäck, während Michael es Mal stimmlich ganz hoch versucht. „Walk Of Shame“ sorgt mit der Mundharmonika für Abwechslung, während „She’s Tight“ als gelungenes Cover in Erinnerung bleibt.

Wer STEEL PANHER bisher mochte, der wird sie weiterhin mögen, denn die Jungs aus Los Angeles bleiben ihrer Linie treu und bleiben die Speerspitze des Pussy-Rocks. Doch ich bevorzuge das Live-Erlebnis.

store.steelpantherrocks.com/


4 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Goin’ In The Back Door
2. Anything Goes
3. Poontang Boomerang
4. That’s When You Came In
5. Wrong Side Of The Tracks (Out In Beverly Hills)
6. Now The Fun Starts
7. Pussy Ain’t Free
8. Wasted Too Much Time
9. I Got What You Want
10. Walk Of Shame
11. She’s Tight (CHEAP TRICK-cover)
12. 39:11
Gesamtspielzeit:

AndyVanHalen
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Beitrag vom 06.04.2017
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