PARADISE LOST - Medusa
Label: Century Media
Schon beim letzten Werk „The Plague Within“ zeichnete sich bei den mittlerweile fast 30 Jahre bestehenden PARADISE LOST eine gewisse Entwicklung in Richtung Ursprünge ab. Widmeten sich die Briten in den letzten Jahren eher dem düsteren, aber eingängigen Gothic Metal, starteten diese eigentlich mit viel heftigeren Klängen zwischen Death, Doom und ersten Gothic-Versuchen. So ist das 15. Album „Medusa“ nun das kompromissloseste Werk seit Dekaden und beschäftigt sich passend dazu mit deprimierenden Themen.

Schon der achteinhalb Minuten andauernde Opener „Fearless Sky“ kommt heftig, melodiearm und tonnenschwer aus den Boxen. Nick Holmes röchelt auch mit seinen 46 Jahren noch stark wie eh und je und verzichtet komplett auf cleane Vocals. Das folgende „Gods Of Ancient“ rechnet ebenso wie „No Passage For The Dead” mit heutigen Religionen und dem Galuben an Erlösung ab. Hier kommen ein paar Gitarrenmelodien zum Tragen, doch die doomigen Riffs und die langsamen Drums, die von Neuzugang und Jungspund Waltteri Väyrynen stammen, fallen hier äußerst bedrohlich und düster aus. Einzig „Blood And Chaos“ erhöht das Tempo und kommt eine Spur lockerer daher. Hier gibt es dann auch cleane Vocals, die aber weniger melodiös als noch auf den Vorgängern ausgefallen sind, sondern eher hypnotisch anmuten. Dementsprechend ist das auch einer der kürzeren Songs auf „Medusa“.

Nick Holmes ist neben der Auffassung, dass man jeden Moment auf Erden genießen soll, auch der Meinung, dass der Mensch selbst sein Dasein auf dem Planeten nur selten verdient hat und tut dies im finalen „Until The Grave“, das einen guten Groove mitbringt, auch mit Nachdruck kund. Erneut herrscht hier diese bedrückende, düstere Stimmung. Den fiesen, heftigen Sound verdanken PARADISE LOST dem Produzenten Jaime Gomez Arellano, der schon mit Bands wie GHOST, ULVER oder CATHEDRAL zusammen gearbeitet hat, was auch wunderbar zu „Medusa“ passt.

Fans der neueren Werke, müssen sich vielleicht erst an „Medusa“ gewöhnen, denn von eingängigen Nummern der Marke „Honesty In Death“ oder „I Remain“ ist hier keine Spur. Vielmehr besinnen sich PARADISE LOST auf alte Tugenden, erzeugen eine ungemein dichte Atmosphäre und lassen dieses sowie den stark erhöhten Härtegrad für sich sprechen. Von einer Zurückentwicklung möchte ich hier dennoch nicht sprechen, denn „Medusa“ tönt zeitlos und zeigt PARADISE LOST mutig und konsequent.

www.paradiselost.co.uk


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Fearless Sky
2. Gods Of Ancient
3. From The Gallows
4. The Longest Winter
5. Medusa
6. No Passage For The Dead
7. Blood & Chaos
8. Until The Grave
Gesamtspielzeit: 42:421

maxomer
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Beitrag vom 31.08.2017
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