SEPTICFLESH - Codex: Omega
Label: Season Of Mist
Mit dem Comeback-Album „Communion“, einem wahren Meisterwerk, fanden die Griechen von SEPTICFLESH ihren neuen Sound, den sie seither immer weiter perfektionieren. Da ist auch das nun zehnte Werk „Codex: Omega“ keine Ausnahme. Die Gebrüder Antoniou, Sotiris und der österreichische Neuzugang Kerim Lechner liefern auch auf diesem Mammut-Werk gemeinsam mit dem Prager Filmharmonic Orchestra ein bombastisch-dämonisches Stück Death Metal das seinesgleichen vergeblich sucht.

Schon „Dantes Inferno“ macht klar, dass man sich treu bleibt, aber noch präziser, technischner und perfektionistischer zu Werke geht. In „Codex: Omega“ steckt unheimlich viel Arbeit und die hat sich auch gelohnt. Orchester und Death Metal harmonieren wie es nur selten irgendwo der Fall war, während Spirous „Seth Siro“ Antoniou seine infernalen Growls loslässt. Dazu gesellen sich griechische Einflüsse und vereinzelt cleane Vocals von Sotiris Vayenas, der schon Tracks wie „Anubis“ zu wahren Ohrwürmern machte.

„Codex: Omega“ ist alles andere als leichtverdaulich und benötigt seine Durchgänge, doch auch schon bei den ersten Versuchen lassen die bombastisch-bedrohlichen Rhythmen und Blasts wie beispielsweise im intensiv-dramatischen „Martyr“ so manch Kinnlade runterklappen. Durch die Streicher und Bläser, der wohl metallischsten Orchesters der Welt kommt natürlich auch immer eine gewisse Film-Soundtrack-Atmosphäre auf, die jedoch auch gerne mal von heftigen Drumattacken und knackigen Riffs weggeblasen wird. Doch auch ruhige Momente gibt es in Tracks wie beim treibenden und clean gesungenen Mittelteil von „Dark Art“ oder vom Orchester allein geführten Finale von „Enemy Of Truth“, das überraschenderweise thematisch mit Social Media abrechnet, anstatt in typischen Themen-Regionen zu wildern, die aber nicht weniger intensiv und atmosphärisch ausgefallen sind. Wer die direkten Vorgänger „Communion“, „Titan“ und „The Great Mass“ kennt, weiß genau was einen erwartet, wodurch der Überraschungseffekt nun natürlich etwas verblasst ist, doch Neulinge werden nicht schlecht staunen über den bombastischen und unheimlich düsteren Sound von SEPTICFLESH, der einmal mehr einzigartig tönt.

Thematisch limitiert man sich wie bereits erwähnt dieses Mal etwas weniger und bringt mit „The Gospel Of Fear“ beispielsweise einen sehr persönlichen Text, der von den Nachwehen einer Operation des Sängers inspiriert sein soll, daher aber nicht minder düster und bedrohlich daher kommt, während das abschließende „Trinity“ nicht überraschend von allerlei Göttern handelt, zunächst überraschend verträumt und entspannt daher kommt, aber gegen Ende auch ein paar intensive Parts liefert.

SEPTICFLESH haben ein weiteres Stück majestätischen Death Metal abgeliefert und bleiben damit an der Spitze der Extreme Bands mit bombastischen Anteilen. Jedoch ist auf „Codex: Omega“ doch zu sehr die Technik im Vordergrund und so verlieren die Griechen hier und da das Auge für den Song selbst, was aber ebenso wie einige zu sperrige Parts nur minimal ins Gewicht fallen. Auch Album Nummer zehn ist ein kleines Meisterstück, dass ihnen vermutlich so schnell keiner nach macht.

www.septicflesh.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Dantes Inferno
2. 3rd Testament (Codex: Omega)
3. Portrait Of A Headless Man
4. Martyr
5. Enemy Of Truth
6. Dark Art
7. Our Church, Below The Sea
8. Faceless Queen
9. The Gospel Of Fear
10. Trinity
Gesamtspielzeit: 47:00

maxomer
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Beitrag vom 05.09.2017
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