ARCH ENEMY - Will To Power
Label: Century Media
ARCH ENEMY Boss Michael Amott stand vor wenigen Jahren kurz davor seine Truppe zu Grabe zu Tragen. Grund dafür war der überraschende Ausstieg von Angela Gossow. Doch dank Angela selbst kam es nicht zu diesem Schritt, denn sie selbst fand ihre Nachfolgerin Alissa White-Gluz und schlug diese der Band vor. Anstatt jedoch den Ausstieg bekannt zu geben und dann erst die Nachfolge zu veröffentlichen, passierte bei den Schweden so einiges im Geheimen, so dass gar keine Spekulationen oder Angst entstehen konnten. ARCH ENEMY ballerten sogleich die Single „War Eternal“ mitsamt Video und dem nicht fernen Termin für das gleichnamige Album. Und Fans wussten sofort, dass bei der schwedischen Death Metal Institution nichts im Argen liegt.

Gut drei Jahre ließen sich Amott und seine Truppe nun aber für den Nachfolger „Will To Power“ Zeit, veröffentlichten zwischendurch aber ein Live-Album und waren ausgiebig auf Tourneen und Festivals zu sehen. Fans sind natürlich gespannt, ob man auch hier das Niveau halten kann. Nach einem für die Band typischen Intro, ballert man auch gleich ohne Umschweife mit „The Race“ los. Ein kompakter Song, bei dem Alissa derb röchelt, die Riffs von Amott und Neuzugang Jeff Loomis (Ex-NEVERMORE) sind messerscharf und sonst ist der Track auch mit den Trademarks von ARCH ENEMY versehen, will aber trotz technischer Raffinesse noch nicht wirklich zünden. Dagegen steht jedoch die Single „The World Is Yours“ das in der Manier vorangegangener Hits der Marke „Nemesis“ oder „We Will Rise“ brettert. Der Song geht gut nach vorne, glänzt mit technischem Riffing der beiden Gitarren-Wizards und eingängigen Melodien, sowie einem mehr als gelungenen Refrain, den Alissa perfekt umsetzt. Die zweite Single „The Eagle Flies Alone“ überrascht mit AMON AMARTH Rhythmen, während gegen Ende „Dreams Of Retribution“ mit Elementen der Klassik, die vermutlich aus der Feder von Loomis stammen, überrascht. Dazu kommen Keyboards, die von niemand Geringerem als Tastenmeister Jens Johansson (STRATOVARIUS) stammen und den Sound von ARCH ENEMY gewaltig aufpeppen. Noch ein paar weitere Experimente wagen die Schweden, denn beim balladesk startenden „Reason To Believe“ gibt es zum ersten Mal in der Geschichte der Band cleane Leadvocals. Wäre ja auch schade darum, wenn man das Talent der neuen Fronterin nicht nutzt, der Song wird aber wahrscheinlich dennoch die Geister scheiden, tut aber der Abwechslung gut. Zum Schluss hin kommt dann sogar Orchestrierung zum Einsatz, welche „A Fight I Must Win“ zu einem letzten Highlight macht.

Abgesehen von diesen drei experimentelleren Songs, gehen ARCH ENEMY jedoch auf „Will To Power“ einfach etwas zu sehr auf Nummer sicher, denn „Blood In The Water“, „Murder Scene“ oder „First Day“ sind ebenso wie der genannte Opener trotz technisch hochwertiger Instrumentalisierung und einer guten Leistung von Alissa nichts Besonderes und plätschern teilweise nach zahlreichen Umdrehungen noch vor sich hin, ohne große Akzente zu setzen. Schade, dass man sich nicht mehr getraut hätte, denn auf der technischen Seite müssen Amott und seine Herren niemandem mehr etwas beweisen.

So bleiben ein paar gelungene Experimente, der eine oder andere Hit, aber schlussendlich doch ein recht typisches ARCH ENEMY Album, das die Grunderwartung an die Band erfüllt, aber leider auch nicht viel mehr.

www.archenemy.net


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Set Flame To The Night
2. The Race
3. Blood In The Water
4. The World Is Yours
5. The Eagle Flies Alone
6. Reason To Believe
7. Murder Scene
8. First Day In Hell
9. Saturnine
10. Dream Of Retribution
11. My Shadow And I
12. A Fight I Must Win
Gesamtspielzeit: 50:00

maxomer
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Beitrag vom 06.09.2017
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