CRADLE OF FILTH - Cryptoriana - The Seductiveness Of Decay
Label: Nuclear Blast
Mit einem für CRADLE OF FILTH ungewöhnlich harten Sound, erweist sich das neue Album „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ als wahrer Schatz in der dunklen Krypta. Zwei Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Hammer Of The Witches“ legt die Truppe um Frontmann Dani Filth ein unglaubliches zwölftes Album nach.

Bereits der Einstieg „Exquisite Torments Await“ gleicht dem Beginn eines Horrorfilms, bei dem es einem kalt über den Rücken läuft. Die Kombination aus typischen Klangfolgen gepaart mit einem brachialen Sound erzeugt einen überaus satten Track, der die Komplexität des Albums erahnen lässt.

„Heartbreak And Séance“ wurde bereits vor zwei Monaten mit einem künstlerisch eindrucksvollen Musikvideo veröffentlicht und zählt bereits mehr als 1 Mio. Views. Der Track und das Video spiegeln das Thema des Albums, das sich mit der Faszination der Menschen für das Übernatürliche, Makabre und die sterblichen Überreste während des viktorianischen Zeitalters, befasst. Das Album Cover wird somit real und der Track zeigt in allen Nuancen den Spirit des neuen CRADLE OF FILTH Albums. Der gitarrenlastige Sound, erzeugt von den beiden Gitarristen Shaw und Ashok, wird ergänzt durch die schnellen Drum Parts von Schlagzeuger Škaroupa, wodurch einzigartige Medlodic Death und Thrash Metal Sequenzen entstehen, die durch das düstere Bassspiel von Firth abgerundet werden. Neben Danis Rap-artigem Gesang gibt es natürlich auch noch die typischen Choräle und den Gesang von Keyboarderin Lindsay Schoolcraft der im Track „Achingly Beautiful“ zu Tragen kommt.

Auch im Song „Wester Vespertine“ setzt sich dies fort und macht das Lied durch seine musikalischen Einflüsse zu einem der interessantesten des neuen Albums. Danach folgt auch schon der Titeltrack „The Seductiveness Of Decay” der mit einem mehrlagigen Gitarrensound startet und durch betonte Schlagzeugakzente ergänzt wird, bis alles zu einem fetten Sound anschwillt und der Track richtig loslegt. Im Vergleich geht es etwas rauer und nicht so melodiös zu und es kommt zu den ersten Headbanging-Momenten, die von einem monumentalen Gitarrensolo gekrönt werden.

Beim folgenden Track „Vengeful Spirit” hat Liv Kristine (ex LEAVES EYES) einen Gastauftritt. Der ruhige und geheimnisvolle Anfang wird plötzlich Death-lastiger, doch die typischen Screams und der Gesang von Liv nehmen wieder etwas Tempo heraus und zeigen in den sich überlagernden Gesangsparts die eindrucksvolle Kombination der verschiedenen Stilelemente auf diesem Album.
Neben dem Track „You Will Know The Lion By His Claw” gibt es dann zum Schluss mit „Death And The Maiden“ wieder einen Cradles-typischen Sound, der sich auf ihren Anfang besinnt. Neben ein paar orientalischen Klängen, die sich durch das gesamte Album ziehen, gibt es hier ein paar epische Passagen mit fetten Sound und reichlich Keyboard.

Vielleicht mag es im Moment noch nicht als eines der besten CRADLE OF FILTH Alben erscheinen, aber dennoch wird man mit „Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay“ in einem Sog in die düstere Unterwelt gezogen. Experimentelle Ausbrüche und altbewährte Klänge ergänzen sich in einem Genre-übergreifendem Metal Album und versetzen einen in eine necromantische Stimmung. Gerade richtig zum einsetzenden Herbst und dem voranschreitenden Verfall in der Natur.

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6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Tracklist: Exquisite Torments Await
2. Heartbreak And Séance
3. Achingly Beautiful
4. Wester Vespertine
5. The Seductiveness Of Decay
6. Vengeful Spirit
7. You Will Know The Lion By His Claw
8. Death And The Maiden
Gesamtspielzeit: 53:04

Veronica de Groot
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Beitrag vom 22.09.2017
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